14.07.2025 | Research

REIT-Faktor-Investing im Vergleich zu klassischen Aktienmodellen

Mariya Letdin, Cayman Seagraves und Stace Sirmans entwickeln in einem Research Paper ein umfassendes, REIT-spezifisches Faktormodell und analysieren dessen Leistungsfähigkeit im Vergleich zu etablierten Aktienfaktormodellen. Die Autoren konstruieren für den Zeitraum 1987 bis 2023 Composite Scores für die REIT-Faktoren Size, Value, Momentum, Quality, Low Volatility und Short-term Reversal. Im Vergleich zu klassischen Aktienfaktoren liefern die REIT-Faktoren einen erheblich höheren Erklärungsgehalt: Das durchschnittliche R² liegt um 33 % höher und die unerklärten Alphas sinken um knapp 3 % jährlich.  

Reversal, Momentum, Quality und Low Volatility liefern bei REITs signifikant positive risikoadjustierte Renditen. Size und Value hingegen performen in der Rohform schlecht. Der Value-Faktor zeigt erst nach Korrektur der negativen Exposure zu Momentum, Quality und Volatilität eine signifikante Prämie. Auch nach Transaktionskosten bleiben die Prämien von Reversal, Momentum, Quality und Low Volatility statistisch signifikant und ökonomisch relevant. Die Faktoren weisen unterschiedliche Performance-Muster in verschiedenen wirtschaftlichen Regimen auf – etwa starke Prämien für Quality bei Inflation oder für Reversal nach Krisen. 


Quelle: Letdin, Seagraves, Sirmans, 2025


Im Vergleich zu allgemeinen Aktienfaktoren liefern die REIT-Faktoren Momentum, Quality und Reversal eigenständige Überschussrenditen, was auf spezifische Renditeanomalien im Immobiliensektor hinweist. In einem umfassenden Test mit über 15.000 weiteren Prädiktoren zeigt sich zudem, dass nahezu alle alternativen Signale durch das Sechs-Faktoren-Modell subsumiert werden. Nur wenige Kennzahlen zur finanziellen Gesundheit, etwa zu Verschuldung und Liquiditätsmanagement, bieten darüber hinaus noch zusätzlichen Erklärungswert.



Quelle: Letdin, Seagraves, Sirmans, 2025



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