Regimebasierte Portfolios
Mark Kritzman und Cel Kulasekaran von Windham Capital Managementz sowie David Turkington von State Street Associates entwickeln einen Ansatz zur Portfoliokonstruktion für bestimmte Wirtschaftslagen. In der bisherigen Praxis wurden Daten einer Teilstichprobe für die Schätzung von Renditen, Volatilität und Korrelation verwendet, bei der ein Regime-Indikator einen bestimmten Schwellenwert unterschritten hat. Dabei wird implizit davon ausgegangen, dass eine Beobachtung, bei der das Wirtschaftswachstum nur geringfügig unter dem Regimeschwellenwert lag, für die Bildung einer Schätzung ebenso wichtig ist wie eine Beobachtung, bei der das Wachstum weit unter dem Regimeschwellenwert lag. Zusätzlich zu dieser binären Sichtweise der Bedeutung einer Beobachtung gibt es keine nicht willkürliche Möglichkeit, mehrere Regime-Indikatoren zu kombinieren.
Die Autoren stellen einen alternativen, relevanzbasierten Ansatz für die Bildung von regimesensitiven Portfolios vor. Relevanz misst die Bedeutung einer Beobachtung für die Bildung einer Schätzung. Sie setzt sich aus zwei Komponenten zusammen, der Ähnlichkeit und der Informativität. Diese werden für Regime, die über mehr als einen Indikator bestimmt werden, mit der Mahalanobis-Distanz berechnet.
Im nächsten Schritt vergleichen die Autoren die Performance ihres Ansatzes mit dem klassischen Modell für verschiedene Asset-Klassen im Zeitraum 1974 bis 2022. Bei nur einem Indikator (Low-Growth-Regime) identifizieren beide Ansätze dieselben Zeiträume, diese werden allerdings beim flexiblen Modell der Autoren unterschiedlich stark gewichtet. Im Multi-Asset-Portfolio führt dies allerdings zu relativ ähnlichen optimalen Allokationen von Aktien und Anleihen.

Quelle: Kritzman, Kulasekaran, Turkington, 2023
Abschließend werden Portfolios für vier verschiedene Regime über zwei Indikatoren berechnet; Inflation und reales Wachstum. Die optimalen Asset-Allokationen unterscheiden sich wenig überraschend erheblich über die Regime hinweg. Die Ambiguität der Regime bedeutet auch, dass die Anleger nicht vollkommen sicher sein können, welches Regime in der kommenden Investitionsperiode vorherrschen wird. Regimebedingte Portfolios können im Verhältnis zu der Wahrscheinlichkeit, die die Anleger jedem Regime zuordnen, kombiniert werden. Alternativ kann auch ein optimales Mittelwert-Varianz-Portfolio konstruiert werden, das gemischte Inputs für erwartete Erträge und Kovarianzen widerspiegelt.
Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern mit der monatlichen Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 15.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 37 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 200 Universen.