08.08.2023 | Studie

Herausforderungen für Private-Equity-Unternehmen

Die Komplexität der Deals und der Wettbewerb nehmen in der Private-Equity-Branche zu, zeigt eine Studie von Accenture. Seit dem Jahr 2010 haben sich die Anzahl der Private-Equity-Unternehmen im Markt nahezu verdreifacht und die Assets under Management mehr als vervierfacht. Zunehmende Konkurrenz um lohnende Übernahmekandidaten und hohe Dry-Powder-Bestände führen zu höheren Preisen, was wiederum eine höhere operative Wertschöpfung erforderlich macht. Dies wurde gerade in den vergangenen Monaten durch erheblich gestiegene Kapitalkosten erschwert, was nicht nur neue Verbindlichkeiten, sondern auch die Umschuldung bisherigen Fremdkapitals betrifft. Vor diesem Hintergrund sagen 50 % der Befragten, dass Private-Equity-Investments komplexer geworden sind. Befragt wurden 170 Private-Equity-Unternehmen weltweit.


Quellen: Accenture, Preqin, PitchBook, S&P Capital IQ

Die Branche steigert den Wert ihrer Investments im Wesentlichen über zwei Achsen: Zum einen über klassisches Wachstum der Unternehmen, etwa neue Kundengruppen, Produkte und Regionen; zum anderen werden für sehr komplexe Transaktionen Kapazitäten aufgebaut, wo der Wettbewerb der Private-Equity-Unternehmen geringer ist, bspw. Carve-outs. Die Ausweitung der Haltedauer auf durchschnittlich 6,6 Jahre (14 % länger als vor zehn Jahren) erlaubt es, größeren operativen Einfluss zu nehmen, und steigert die Wertschöpfung.

Als wesentliche Herausforderungen nennen die Befragten die fehlende Planung der Wertschöpfung in den Portfoliounternehmen und dysfunktionale Geschäftsmodelle. Von den 12 am häufigsten angewandten Hebeln zur Steigerung der Wertschöpfung durch Private-Equity-Unternehmen zielen jeweils fünf auf Erträge bzw. Kosten & Cash. Komplexere und tiefgreifendere Hebel, die fundamental auf den Umbau der operativen Plattform abzielen, werden hingegen weniger häufig angewandt.


Quelle: Accenture

ESG-Aspekte tauchen erst jetzt in den Standardinstrumenten für die operative Wertschöpfung auf. Der ESG-Berichterstattung und -einwirkung wird heute mehr Aufmerksamkeit geschenkt, aber die Häufigkeit der Umsetzung solcher Maßnahmen ist je nach Region sehr unterschiedlich. Während ESG als Wertschöpfungshebel zu den zehn am wenigsten genutzten Hebeln von PE-Firmen weltweit zählt, rangiert er bei den Befragten aus der EU in der oberen Hälfte.


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