12.09.2023 | Research

Portfolio-Hedges für Klimarisiken

Ein Team um Stefano Giglio von der Yale University hat in einem Research Paper eine neue Methode zum Aufbau von Portfolios vorgestellt, um wirtschaftliche und finanzielle Risiken des Klimawandels abzusichern. Derzeit gibt es nur wenige Instrumente zur direkten Absicherung von Klimarisiken, bspw. Katastrophenanleihen. Eine Alternative sind Absicherungsportfolios aus anderen Vermögenswerten wie Aktien oder Anleihen. Zu diesem Zweck müssen die Investoren ermitteln, welche Assets von der Realisierung von Klimarisiken profitieren oder verlieren.

Der quantitätsbasierte Ansatz der Autoren nutzt Querschnittsinformationen über die Handelsaktivitäten der Anleger, um zu bestimmen, welche Aktien im Hedge-Portfolio gehalten werden sollten. Der Ansatz beginnt mit der Identifizierung idiosynkratischer Überzeugungsschocks, d. h. Schocks, die die Überzeugungen einzelner Anleger bezüglich des Klimarisikos verändern, aber jeweils nur eine kleine Gruppe von Personen betreffen. Während solche Schocks die Preise von Vermögenswerten nicht verändern, können sie dennoch die Handelsaktivitäten der betroffenen Anleger beeinflussen. Es werden zwei Arten von idiosynkratischen Überzeugungsschocks genutzt: Erstens Fälle, in denen Fondsmanager lokale extreme Hitzeereignisse erleben, und zweitens Fälle, in denen Fondsmanager die Formulierungen in ihren Berichten ändern, um ihre Bedenken über Klimarisiken auszudrücken.

Die in diesem Zusammenhang beobachteten Veränderungen der Fondsportfolios als Reaktion auf solche Überzeugungsschocks dienen zur Prognose, wie Investoren ihr Kapital als Reaktion auf aggregierte Klimanachrichtenschocks umschichten werden. Es zeigt sich, dass ein Portfolio, das Long-Positionen in US-Aktien hält, die Anleger nach negativen idiosynkratischen Klimaschocks eher kaufen, und Short-Positionen in Aktien hält, die Anleger in Zeiten negativer aggregierter Klimaschocks eher verkaufen, an Wert gewinnt.

Die so konstruierten Portfolios zeigen eine überlegene Out-of-Sample-Hedge-Performance für eine Reihe verschiedener Klimarisiken bzw. -nachrichten im Vergleich zu Ansätzen, die mit bestehenden alternativen Methoden konstruiert wurden. Der Hauptvorteil des Ansatzes der Autoren besteht darin, dass er auf Querschnittsreaktionen im Handel und nicht auf Zeitreiheninformationen fußt, die insbesondere bei neu auftretenden Risiken wie denen des Klimawandels begrenzt sind.



Quelle: Alekseev, Giglio, Maingi, Selgrad, Stroebel, 2022


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