02.12.2025 | Märkte

Physische Klimadaten für das Portfoliomanagement

Physische Klimarisiken sind inzwischen als materialer Risikofaktor für Finanzstabilität anerkannt, ihre systematische Berücksichtigung scheitert jedoch vor allem an Daten- und Methodikdefiziten, zeigt eine Analyse des NGFS. Zentralbanken und Aufsichtsbehörden nutzen physische Klimarisikodaten zunehmend für makroprudenzielle Analysen, Forschung und die Entwicklung von Indikatoren, stoßen dabei aber auf erhebliche Einschränkungen bei Verfügbarkeit, Qualität und Vergleichbarkeit der Daten. 


Quelle: Network for Greening the Financial System (NGFS)

Physische Klimarisiken entstehen aus dem Zusammenspiel von Klimagefahren, der Exposition wirtschaftlicher Aktivitäten und der Vulnerabilität von Vermögenswerten. Zwar existiert eine wachsende Palette an Indikatoren – von einfachen Länderproxys bis hin zu klimaadjustierten Kredit- und Marktrisikokennzahlen –, doch beruhen diese häufig auf unterschiedlichen Annahmen und Datenquellen. Dadurch fallen Ergebnisse je nach Methode teils deutlich unterschiedlich aus. Besonders kritisch sind Lücken bei Asset-spezifischen Expositionsdaten, bei detaillierten Schadensfunktionen und bei konsistenten historischen Verlustdaten, vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern. 


Quelle: Network for Greening the Financial System (NGFS)

Fortschritte gibt es durch offene Datenbanken, geospatiale Tools und neue Modellierungsansätze, die eine zunehmend feinere Analyse physischer Risiken ermöglichen. Dennoch bleiben Adaptations- und Resilienzaspekte bislang unzureichend integriert, obwohl sie entscheidend dafür sind, wie stark sich Klimaschäden tatsächlich auf Unternehmen, Haushalte und Finanzinstitutionen auswirken. Auch Versicherungsdaten, die zur Abschätzung von Verlustverteilungen zentral wären, sind nur eingeschränkt verfügbar. 
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass belastbare Einschätzungen physischer Klimarisiken nur durch die Kombination von Bottom-up-Analysen auf Asset- und Portfolioebene mit Top-down-Ansätzen auf makroökonomischer Ebene möglich sind. Um bestehende Defizite zu überwinden, empfiehlt die NGFS einen gezielten Ausbau technischer Kompetenzen, stärkere Kooperation und Datenteilung sowie den Aufbau robuster Dateninfrastrukturen und zusätzlicher Forschungsförderung.


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