09.03.2021 | Research

Nutzung von Kreditlinien durch Private-Equity-Fonds

Private-Equity-Fonds, die Kreditlinien nutzen, rufen weniger Kapital ab und verzerren durch das Timing der Cash Flows ihre Performance-Maße, zeigt ein Researchpaper von James Albertus und Matthew Denes von der Carnegie Mellon University. Die Autoren gehen drei Fragestellungen nach: 1. Welche Auswirkungen hat die Nutzung von Kreditlinien (Subscription Lines of Credit) auf den Kapitalabruf der Limited Partners. Es kann gezeigt werden, dass die Nutzung mit einer Reduzierung der Kapitalabrufe um 2,5 Prozentpunkte einhergeht und diese Verzögerung über die Lebensdauer der Fonds persistent ist. Das Datensample umfasst Buyout-Fonds mit US-Fokus mit Auflagejahr 1993 bis 2016, wobei der Schwerpunkt der Analyse auf der Auswertung der Daten von 2014 bis 2019 liegt.


Quelle: Albertus, Denes, 2020

2. Durch die Reduzierung des Zeitraumes, in dem das Kapital der Limited Partner gebunden ist, besteht die Möglichkeit, dass Performance-Maße wie der IRR verzerrt werden, was im zweiten Schritt analysiert wird. Fonds, die Kreditlinien verwenden, weisen im Schnitt einen um annualisiert 2,6 Prozentpunkte erhöhten IRR auf. Betroffen sind insbesondere jüngere und stärker gehebelte Fonds. Auch beim Public Market Equivalent ist ein deutlicher Anstieg zu beobachten, der in einer ähnlichen ökonomischen Größenordnung rangiert.


Quelle: Albertus, Denes, 2020

3. Nehmen Fonds mit schwacher Performance mit größerer Wahrscheinlichkeit Kreditlinien in Anspruch, um ihre Performance scheinbar zu verbessern und ihre Vergütung zu beeinflussen? Tatsächlich weisen Fonds im schwächsten Performance-Quartil eine 8,3 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit auf, Kreditlinien zu nutzen. Damit einher geht eine Steigerung des Leverage und eine Steigerung des IRR um 3,1 % relativ zu Fonds in anderen Performance-Quartilen. Dieses Ergebnis ist konsistent mit der Hypothese eines Agency-Konflikts zu Lasten der Fondsinvestoren.


Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Listed Private Equity jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Listed Infrastructure & Private Equity. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 17.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 35 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 180 Universen.

Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Private Equity"
zurück