Klimarisiken in Immobilienportfolios
Als eine langfristige Asset-Klasse sind Immobilien empfindlich für Klimaereignisse und somit besonders mit den Risiken des Klimawandels konfrontiert. Die Auswirkungen für Investoren können von höheren Versicherungs- und operationellen Kosten, über den Wertverlust der Grundstücke hin zu dem kompletten Verlust eines Objekts reichen. Die Resilienz eines Portfolios lässt sich am Riskexposure der Objekte messen. MSCI hat daher drei physische Risiken (Hurrikans, Wasserstress und Überschwemmungen) von fünf Immobilienmärkten in unterschiedlichen Regionen (Australien, Südafrika, USA, Großbritannien und Niederlande) mit dem Ziel analysiert, Risikokonzentrationen in institutionellen Immobilien Portfolios zu identifizieren und damit diese besser einschätzbar und eindämmbar zu machen.
Impact of physical climate change risk on real estate

Quelle: MSCI
Extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen kommen immer häufiger und mit zunehmender Intensität vor. In den USA sind bspw. im Jahr 2017 Schäden im Wert von 300 Mrd. USD im Bereich der Wohn- und Gewerbeimmobilien durch Naturkatastrophen entstanden. Weltweit hat sich die Zahl der Überschwemmungen seit 1980 vervierfacht und seit 2004 verdoppelt.
Die Autoren des Reports zeigen, dass das Risikoexposure eines Portfolios von der präzisen geographischen Lage der Objekte abhängt. Bspw. sind die Niederlande, mit einem Drittel der Landmasse unterhalb des Meeresspiegels, besonders überschwemmungsgefährdet. Gleichzeitig hat das Land das weltweit umfassendste Überschwemmungs-Management- Programm. 2006 startete die mit 3 Mrd. USD ausgestattete Initiative “Room for Rivers”, die 40 Infrastrukturprojekte beinhaltet. MSCI kam zu dem Ergebnis, dass nur 0,16% der 3800 Objekte ungeschützt waren. Der Value at Risk betrug 90 Mio. USD, was weniger als 1% des Gesamtwerts der Assets in den Niederlanden darstellt. Im Kontrast dazu sind 81% der betrachteten Assets in Australien und 70% in Südafrika leiden unter chronischen Überschwemmungen, da in diesen Regionen keine vergleichbaren Maßnahmen getroffen wurden.
Baseline Water Stress in Australia

Quelle: MSCI
Baseline Water Stress in South Africa

Quelle: MSCI
Das Fazit der Autoren ist, dass frühzeitige Planung und Investitionen in Schutzmaßnahmen effektive Wege sind, mit dem Risiko umzugehen.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds und ETFs mit Fokus auf Immobilien jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Real Estate. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 16.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 34 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 160 Universen.