Faktormodell zur Schätzung der Zinskurve
Damir Filipovic vom Swiss Finance Institute sowie Markus Pelger und Ye Ye von der Stanford University stellen ein bedingtes Faktormodell für die Laufzeitstruktur von Treasuries vor, das die nicht-parametrische Schätzung der Zinskurve mit der Querschnittsbepreisung von Assets kombiniert. Bei den geschätzten Faktoren handelt es sich um investierbare Portfolios von gehandelten Assets, die die gesamte Laufzeitstruktur abbilden und ausreichend sind, um sich gegen Zinsänderungen abzusichern.
Für ein Sample von US-Treasuries im Zeitraum 1961 bis 2020 ergeben sich vier Faktoren, die die Zinskurve erklären, die polynomiale Formen zunehmender Ordnung erfassen und zur Erklärung der Laufzeitstrukturprämie erforderlich sind. Die Faktoren entsprechen weitgehend den Ergebnissen aus früheren Arbeiten zu dem Thema, die mit einer Hauptkomponentenanalyse arbeiten. Die Cashflows von Kuponanleihen erklären das Faktor-Exposure vollständig und spielen die gleiche Rolle wie Firmenmerkmale bei der Aktienmodellierung. In diesem Sinne sind "Cashflows Kovarianzen". Über ein Maß für die zeitlich variierende Komplexität der Anleihemärkte wird gezeigt, dass Veränderungen der Marktkomplexität die Laufzeitprämie beeinflussen.
Das komplette Spektrum der aktuell zu erzielenden Zinserträge zeigt die wöchentlich aktuelle Publikation Absolut|monitor Global Fixed Income.