Einfluss von Klimarisiken auf Staatenratings
Sovereign Credit Ratings berücksichtigen zunehmend physische Klimarisiken, zeigt eine Forschungsarbeit von AutorInnen der EZB. Insgesamt bleibt der Einfluss von Klimarisiken auf die Ratings aber moderat. Nach dem Pariser Abkommen ist die Berücksichtigung physischer Risiken insbesondere für stark exponierte Länder gestiegen. Transitionsrisiken hingegen wurden über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg zunächst nicht systematisch in die Ratingmethodik einbezogen.
Erst nach dem Pariser Abkommen ist zu beobachten, dass ambitioniertere CO2-Reduktionsziele und tatsächliche Emissionsminderungen mit höheren Ratings einhergehen. Länder mit hoher Staatsverschuldung und starker Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen erhalten nach 2015 tendenziell schlechtere Ratings, während Staaten, die von der grünen Transformation profitieren könnten – etwa durch Einnahmen aus für die Energiewende wichtigen Rohstoffen – seitdem besser bewertet werden. Weitaus größere Einflüsse sind das Pro-Kopf-Wachstum (Schwellenländer) sowie die Schuldenquote (Industrieländer).
Einflussfaktoren auf Kreditratings von Staaten

Quelle:Lorenzo Cappiello, Gianluigi Ferrucci, Angela Maddaloni, Veronica Veggente (2025)
Grundlage der Analyse sind Daten von 124 Ländern über einen Zeitraum von rund 20 Jahren. Physische Risiken werden anhand von Temperaturabweichungen und der Häufigkeit von Naturkatastrophen gemessen, während Transitionsrisiken durch Indikatoren wie CO2-Emissionen, Energieintensität und die Ambition nationaler Dekarbonisierungsziele erfasst werden. Es wird ein Differenz-von-Differenzen-Ansatz verwendet, um zu analysieren, ob sich nach dem Pariser Klimaabkommen die Berücksichtigung von Klimarisiken in den Ratings verändert hat. Dabei werden Länder je nach Exponiertheit gegenüber Klimarisiken in Behandlungs- und Kontrollgruppen eingeteilt.
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