04.09.2023 | Research

Einfluss von Kapitalverkehrsoffenheit auf Marktkorrelation

Dennis Quinn von der Georgetown University und Hans-Joachim Voth von der Universität Zürich haben in einem kurzen Research Paper untersucht, wie die Korrelation von Aktienmärkten weltweit von regulatorischen Einschränkungen der Kapitalverkehrsoffenheit beeinflusst werden. Grundlage des, in der American Economic Review erschienenen Papers, ist die Überlegung, dass gleichgerichtete Bewegungen der Aktienmärkte in verschiedenen Ländern nicht zufällig sind, sondern im Wesentlichen eine Folge der Möglichkeit, größere Summen von einem Land in ein anderes zu verschieben. Das von den Autoren verwendete Sample zur Kapitalverkehrsoffenheit umfasst den Zeitraum 1890 bis 1998.



Quelle: Quinn, Voth, 2008


Es zeigt sich, dass bei Länderpaaren, die eine höhere Kapitalverkehrsoffenheit aufweisen, die Korrelation der Aktienmärkte höher ausfällt. Im Durchschnitt verzeichneten Länder, die ihren Offenheitsgrad vom 25. auf das 75. Perzentil der Verteilung erhöhten, einen Anstieg der Korrelation um 0,2, was einem Plus von 59 % gegenüber dem Mittelwert des Datensatzes entspricht. Die Berücksichtigung von Kontrollvariablen verringert den Effekt der Kapitaloffenheit, jedoch bleibt dieser nach wie vor hoch und statistisch signifikant.
Im Anschluss vergleichen die Autoren die Bedeutung der Offenheit des Kapitalverkehrs mit der alternativen Erklärung der zunehmenden Synchronisierung der ökonomischen Fundamentaldaten. Sie kommen zu dem Schluss, dass eine größere Offenheit die wichtigste Ursache für die zunehmenden Korrelationen im letzten Vierteljahrhundert war, obwohl auch zunehmend korrelierende wirtschaftliche Fundamentaldaten eine Rolle spielen.



Quelle: Quinn, Voth, 2008


Dies impliziert, dass Diversifizierungsvorteile über verschiedene Länder in Zukunft weiter abnehmen können: Da sich immer mehr Länder für ausländisches Kapital öffnen, werden die Vorteile der Diversifizierung tendenziell abnehmen. Dennoch sehen die Autoren die Möglichkeit, dass Anleger, die zu den ersten gehören, die ihr Geld in neu geöffnete Märkte investieren, eine Zeit lang von unkorrelierten Renditen profitieren können.

 

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