27.08.2019 | Research

Einfluss der Liquidität auf Sovereign Spreads nimmt ab

Liquiditätsfaktoren haben insbesondere in Stressphasen am Markt einen Einfluss auf die Spreads von Euro-Staatsanleihen, zeigt ein Researchpaper von Linas Jurkšas und Hector Carcel von der Zentralbank Litauen. Im Zeitraum von 2011 bis 2018 geht eine geringere Liquidität mit einer Ausweitung des Spreads von Staatsanleihen der Eurozone einher – weitgehend unabhängig davon, ob gleichzeitig andere Faktoren wie allgemeines Marktrisiko und Ausfallrisiken berücksichtigt werden. Diese Verbbindung zwischen Liquidität und Spreads ist allerdings nicht statisch, sondern verändert sich in verschiedenen Marktphasen bzw. geldpolitische Regimes. Seit 2012 hat der Einfluss der Liquidität kontinuierlich abgenommen und ist seit der Ankündigung unkonventioneller geldpolitischer Maßnahmen 2015 insignifikant, wohingegen der Einfluss des Kreditrisikos sich nicht wesentlich verändert hat.

 
Quelle:  Jurkšas, Carcel, 2019

Eine zweite Analyse mittels eines Rolling-Window-Ansatzes zeigt, dass die Liquiditätskomponente der Spreads zeitweise auch negativ war. Dies impliziert, dass Anleiherenditen in besonders ruhigen Marktphasen sogar kleiner sein können, als es andere Risikofaktoren eigentlich erwarten ließen, beispielsweise an Tagen, an denen die EZB Informationen bezüglich des Wertpapierkaufsystems PSPP übermittelt hat. In Phasen, in denen geldpolitische Maßnahmen konkret umgesetzt wurden, etwa Zinssenkungen oder Reserveerhöhungen, hat sich dieser Effekt hingegen wieder umgekehrt.

    
Quelle:  Jurkšas, Carcel, 2019


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