27.01.2020 | Research

Determinaten von Faktorprämien

Sowohl Rendite- als auch Diversifikationsvorteile von Long/Short-Faktorstrategien sind im Wesentlichen in den Long-Positionen konzentriert, bei den Short-Positionen fallen diese geringer aus. David Blitz, Guido Baltussen und Pim van Vliet von Robeco untersuchen in einem Researchpaper jeweils die Long- und Short-Positionen verschiedener Faktorstrategien. Für ein Sample von US-Aktien im Zeitraum 1963 bis 2018 zeigt sich, dass die Sharpe Ratios der meisten Faktoren für die Long-Positionen höher ausfallen als für die Short-Positionen. Dies gilt auch für eine gleichgewichtete Faktor-Kombination und sowohl für Large als auch Small Caps. Bei den Diversifikationsvorteilen liegen die Long-Positionen für alle Faktoren vorn. Weiterhin zeigen die Autoren, dass die Faktorprämien tendenziell durch die Long-Positionen zustande kommen.


Quelle: Blitz, Baltussen, van Vliet, 2019

Daraus folgern die Autoren, dass sich echtes Alpha durch die Short-Positionen von Faktor-Strategien nicht erzielen lässt. Anstatt bei einem Value-Ansatz also Growth-Titel zu shorten, wäre es sinnvoller, das Marktbeta über Indexderivate abzusichern. Würden die Kosten für die Short-Positionen berücksichtigt, die bei Indizes deutlich geringer sind als bei weniger liquiden Einzeltiteln – gerade dann, wenn es sich um Small Caps handelt – wären die Vorteile dieses Ansatzes vermutlich noch größer. Die Ergebnisse sind über verschiedene Zeithorizonte robust, lassen sich auch für andere Märkte als die USA replizieren und sind unabhängig von Tail-Risiken.


Quelle: Blitz, Baltussen, van Vliet, 2019

Zuletzt untersuchen die Autoren die Faktoren Value und LowRisk, die in anderen Researchpapern zunehmend durch Profitability und Investment erklärt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass dies nur für die Short-Positionen von Value und LowRisk gilt. Auf der Long-Seite hingegen handelt es sich um separate Faktoren, die nicht durch andere Faktorprämien erklärt werden können.


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