US-Rechenzentren setzen zunehmend auf eigene Stromerzeugung
Der Ausbau von Rechenzentren scheitert häufig am lokalen Stromnetz, weshalb immer mehr Betreiber eigene Kraftwerke auf dem Campus bauen, zeigt eine Analyse von Alger. Während große Technologieunternehmen seit dem Start von ChatGPT Ende 2022 gemeinsam zwar weit über 1 Bio. USD an Investitionsausgaben zugesagt haben, stellt neben GPUs und Speichermodulen vor allem die Strombeschaffung einen Engpass dar. Insbesondere in den USA, wo der Ausbau massiv vorangetrieben wird, dauert der Anschluss an das Netz häufig mehrere Jahre. Für große Standorte werden fünf bis sieben Jahre genannt.

Quelle: Alger (Brad Neuman, Chris Conte)
Die Autoren beschreiben zwei Wege der Stromversorgung. Beim Front-of-the-Meter-Modell kommt der Strom aus dem öffentlichen Netz. Beim Behind-the-Meter-Modell (BTM) wird die Energie direkt am Standort erzeugt und verbraucht. Laut Bericht nutzen derzeit rund 6% der US-Rechenzentren eigene Erzeugung vor Ort. Dieser Anteil könnte bis 2030 auf mehr als 30% steigen. Die Autoren ordnen diese Entwicklung als Bring Your Own Generation ein.
Als wichtigste Technologien gelten Gasturbinen, Verbrennungsmotoren und Festoxid-Brennstoffzellen. Gasmotoren können binnen Wochen liefern, sind aber auf kleineren Maßstab begrenzt. Gasturbinen sind langsamer, bieten aber auf lange Sicht eine höhere Effizienz. Brennstoffzellen umgehen viele Genehmigungsprobleme, sind jedoch mit Ersatzzyklen von fünf bis sechs Jahren verbunden.

Quelle: Alger (Brad Neuman, Chris Conte)
Die Autoren betonen außerdem politischen Druck auf die Kosten des Netzausbaus. Das Thema betrifft bereits Stromkunden in Regionen mit vielen Rechenzentren. Dadurch verstärken sich die Anreize, Strom direkt vor Ort zu erzeugen.
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