18.11.2025 | Märkte

Strukturelle Veränderungen im FX-Markt

Der Devisenmarkt ist mit einem täglichen Umsatz von über 9,6 Bio. US-Dollar der größte und liquideste Finanzmarkt der Welt. Seine Struktur hat sich grundlegend verändert, zeigt eine Analyse des Internationalen Währungsfonds (IMF). Seit den 1990er Jahren ist der Anteil der Nichtbank-Finanzinstitute (NBFI) erheblich gewachsen, während der Anteil des Spot-Handels gesunken und Derivate, vor allem Swaps, an Bedeutung gewonnen haben. Auf der einen Seite haben diese Entwicklungen den Wettbewerb und die Effizienz im Markt gefördert, auf der anderen Seite jedoch makroökonomische Herausforderungen mit sich gebracht. Beispielsweise sind viele NBFIs weniger reguliert als es klassische Banken sind, arbeiten mit hohem Leverage und investieren kurzfristig. Hinzu kann Fristeninkongruenz kommen, was in Stressphasen systemische Risiken mit sich bringen kann. Gleichzeitig bringt die Dominanz des OTC-Derivatemarktes zu Intransparenz und erschwert den Regulatoren die Überwachung systemischer Risiken. 


Quellen: BIZ, IMF

In Phasen makrofinanzieller Unsicherheit können sich die Gegebenheiten am FX-Markt durch steigende Finanzierungskosten, sinkende Liquidität und übermäßige Wechselkursvolatilität verschlechtern. Besonders ausgeprägt sich die Effekte solcher Schocks in Schwellenländern, bei Währungen mit hohem NBFI-Anteil, Konzentration der Handelsaktivität auf wenige Teilnehmer und starker Hedging-Aktivität. Die Spannungen im FX-Markt können sich auf andere Asset-Klassen übertragen, vor allem in Ländern mit ausgeprägten Währungsinkongruenzen und fiskalischer Anfälligkeit. Hinzu kommt die Gefahr technischer oder operativer Störungen: Ausfälle kritischer Zahlungssysteme, Cyberangriffe oder Abwicklungsfehler können die Marktliquidität erheblich beeinträchtigen und sowohl die Wechselkursvolatilität als auch die Transaktionskosten erhöhen. 


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