27.03.2017 | Research

Value-basiertes Faktor-Timing bringt keine Überrendite

AQR Capital Management hat analysiert, ob verbreitete Faktorstrategien derzeit hohe Bewertungsniveaus aufweisen und ob sich auf diesen Bewertungen eine Faktor-Timing-Strategie implementieren lässt. Basierend auf dem Kurs-Buchwert-Verhältnis liegen die Faktoren Value (HML), Momentum (UMD) und Low Vola (BAB) im US-Aktienmarkt demnach aktuell im Rahmen ihres historischen Normalbereiches. Trotz der Beliebtheit von Smart-Beta-Strategien lässt sich kein Trend einer steigenden Bewertung feststellen, stellt das Forscherteam Asness et al. fest.


Quelle: Asness et al. (2017)

Der Versuch, Faktoren unter Verwendung von Bewertungsmaßen zu timen, beruht auf der Annahme von Mean-Reversion-Bewegungen der Faktorbewertungen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass solche Charakteristika nicht durch Preisänderungen induziert sein müssen, sondern sich beispielsweise auch aus Änderungen des Buchwertes ergeben können. Dies erschwert die Umsetzung einer profitablen Faktor-Timing-Strategie. Hinzu kommt, dass das Timing von Faktoren, welches ausschließlich auf ihrer Bewertung aufbaut, als Value-Strategie von Faktorprämien interpretiert werden kann, dabei aber andere Effekte (z.B. Momentum) ignoriert werden. Für den Zeitraum 1978 bis 2016 ergibt sich durch ein solches Value-Timing der drei Faktoren eine Portfoliorendite von 3,4 %, während eine konstante Gleichgewichtung der Faktoren zu einer Rendite von 3,2 % geführt hätte. Transaktionskosten wurden hierbei nicht berücksichtigt.

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Quelle: Asness et al. (2017)

Weiterhin ist die Performance eines solchen Timing-Portfolios sehr eng mit der Performance des Value-Faktors selbst korreliert. Ähnlich gering sind die Ergebnisse anderer Ansätze und Spezifikationen des Value-basierten Faktor-Timings. Insgesamt halten die Autoren fest, dass ein Value-Timing-Ansatz zwar die Performance einer einzelnen Faktorstrategie verbessern kann, im Umfeld eines diversifizierten Portfolios durch die Verringerung der Diversifikation aber sogar negative Auswirkungen nach sich ziehen kann.


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