23.03.2017 | Research

Optimierungsmodell für Kapitalanlage unter Solvency II

Roy Kouwenberg von der Erasmus University Rotterdam entwickelt in einem Forschungspapier ein Modell zur optimalen Asset-Allokation und Risikobudgetierung für Versicherungen unter den Anforderungen des Solvency-II-Regelwerks. Bei diesem Ansatz maximiert ein Versicherer die erwartete Rendite der Investments unter der Nebenbedingung, eine obere Grenze des Solvency-Marktrisikos einzuhalten. Das Ergebnis besteht aus einem Liability-Hedge-Portfolio, welches die Zinsrisiken der Verbindlichkeiten vollständig absichert und auch einen Teil der Langlebigkeitsrisiken von Lebensversicherern reduziert, und einem Asset-Only-Portfolio, welches das Rendite/Risiko-Profil optimiert. Daneben werden unterschiedliche Maße zur Risikobudgetierung bestimmt. Als besonders effizient erweisen sich der marginale Beitrag zur Solvabilitätskapitalanforderung (SCR), der unter Berücksichtigung von Diversifikationseffekten die Risiko-Exposures in den Versicherungsbilanzen bewertet, und das Verhältnis von erwartetem Ertrag und marginalem Risiko einer Asset-Klasse. Diese theoretischen Konzepte werden im Anschluss auf eine repräsentative europäische Lebensversicherung angewandt. Im gegebenen Beispiel erhöht sich die erwartete Rendite bei gleichbleibender SCR um knapp 8 Prozentpunkte.


Quelle: Kouwenberg, 2017

Der Autor weist darauf hin, dass die Standard-Formeln von Solvency II kaum Unterscheidungen individueller Risiken innerhalb einer Asset-Klasse zulassen, beispielsweise bei Vergleich zweier Aktienindizes. Vor diesem Hintergrund sollten die Portfolios, welche den Zugang zu den jeweiligen Asset-Klassen ermöglichen, vor Anwendung des Optimierungsmodells für die strategische Asse- Allokation festgelegt werden. Weiterhin sollten Anleger berücksichtigen, dass der Optimierungsprozess sehr sensibel auf Änderungen der erwarteten Renditen bei den einzelnen Asset-Klassen reagiert.


In Ausgabe 6|2016 des Absolut|report gehen Dr. Joachim Kayser und Joy Otto Neugebauer von PricewaterhouseCoopers auf die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen von Qualifying Infrastructure unter Solvency II ein und stellen mögliche Anlagegestaltungen für institutionelle Investoren vor.

Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern mit der monatlichen Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.


Abonnenten von Absolut Research können weiterführende Informationen hier herunterladen:
Mehr zum Thema "Solvency"
zurück