Status Quo der globalen Klimafinanzierung
Bei der Klimafinanzierung gibt es nach wie vor eine große Investitionslücke, die nur durch starke Partnerschaften zwischen privaten Investoren und dem öffentlichen Sektor geschlossen werden kann, argumentieren der BlueOrchard und das Center for Financial Networks and Sustainability der Universtität Zürich (FINEXUS) in einem Bericht. Das Volumen der globalen Klimafinanzierungen, also solchen, die darauf abzielen, Klimawandelfolgen zu reduzieren, belief sich 2017 auf 510 Mrd. USD. Das stellt einen Anstieg von 12% relativ zu 2016 und 50% relativ zu 2012 dar. Dennoch ist diese Zahl noch sehr weit entfernt von den bis zu 2030 für Klimaanpassungen und Klimaschutz benötigten 16,8 Bill. USD. Um die Pariser Klimaziele und die UN Sustainable Development Goals (SDG) zu erreichen, sind massive Investitionen notwendig, vor allem privates Kapital muss mobilisiert werden.
Vulnerability to Climate Change and CO2 Contribution by Geographic Location

Quelle: BlueOrchard, Saraswat & Kumar (2016)
Insbesondere Investitionen des privaten Sektors in Entwicklungsländern, wo die Folgen des Klimawandels am stärksten zu spüren sind und sein werden, sind oft durch hohe Marktbarrieren, den Mangel starker Geschäftsmodelle, hohe zu erwartende Risiken und Unsicherheiten, schlechte Ratings und differierende Zeithorizonte gekennzeichnet. Um den Kapitalfluss in diese Regionen zu erhöhen ist Blended Finance, das heißt der strategische Einsatz von Kapital aus öffentlichen und philanthropischen Quellen, von zentraler Bedeutung, urteilen die Autoren.
Climate Risk Management Policies

Quelle: Blueorchard, Finexus
Eine unter Pensionsfonds, Banken, Family Offices und Asset Managern durchgeführte Befragung der Autoren zeigt, dass 58% Klimarisiken als hohes oder sehr hohes Risiko für ihr Portfolio einschätzen. Trotz des Bewusstseins haben 42% der Befragten keine Klimarisiko-Management-Richtlinien etabliert. 8% gaben an, konkrete Pläne für die Implementierung in der nahen Zukunft zu haben. Für eine stärkere Einbindung des privaten Sektors müssen demnach Klimarisiken strikter erhoben und offengelegt werden. Als Ansatz für das Risikomanagement der Klimarisiken eines Portfolios schlagen die Autoren eine Kombination aus quantitativer Beurteilung von Klimarisiken abhängig von verschiedenen Szenarien und der Entscheidungstheorie unter Unsicherheit vor.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Nachhaltigkeit jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Sustainability Equity und Sustainability Balanced & Fixed Income. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings.