27.11.2017 | Research

Relative Renditen leichter prognostizierbar als absolute

Valentin Haddad von der UCLA, Serhiy Kozak von der University of Michigan und Shrihari Santosh von der University of Maryland zeigen in dem Forschungspapier „Predicting Relative Returns“, dass über verschiedene Asset-Klassen relative Renditen (z.B. Faktorprämien im Aktienbereich) deutlich leichter prognostizierbar sind als die allgemeine Marktperformance. Hierzu untersuchen die Autoren über eine Principal-Component-Analyse die größten Einflussfaktoren auf die Preisbewegungen für Treasury Bonds, Aktien und Währungen. Bei Anleihen werden die Laufzeiten als wesentlicher Faktor betrachtet, im Aktienbereich hingegen analysieren die Autoren 50 in der Literatur genannte Risikoprämien über Long/Short-Portfolios. Im Währungssegment vergleichen die Autoren ein Carry-Portfolio, das aus Long-Positionen in hochverzinsten und Short-Positionen in niedrig verzinsten Währungen besteht, mit einem Portfolio, das alle Währungen gegen den Dollar abbildet.

Drei wesentliche Schlussfolgerungen können für alle Asset-Klassen gezogen werden: Erstens sind relative Renditen, also die Bestandteile der Rendite jenseits der klassischen Marktperformance, gut prognostizierbar – deutlich besser als die Marktperformance selbst. Zweitens ist die Verteilung der relativen Renditen Out of Sample deutlich robuster als bei den absoluten Renditen, so dass sie von Investoren leichter ausgenutzt werden können. Drittens scheinen die Risikoprämien relativer Renditen nur sehr schwach mit den aggregierten Risikoprämien zusammenzuhängen. Der Ansatz, für jedes einzelne Asset die Rendite separat zu prognostizieren, verschleiert die Prognostizierbarkeit der relativen Renditen.


Quelle: Haddad, Kozak, Santosh, 2017


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