20.04.2020 | Research

Portfoliokonstruktion mit ESG-Effizienzlinie

Lasse Heje Pedersen, Shaun Fitzgibbons und Lukasz Pomorski von AQR entwickeln in einem Researchpaper ein Modell, welches die Vorteile und Kosten der ESG-Berücksichtigung im Portfolio abbildet. Es werden drei Arten von Investoren unterschieden: U, die ESG-Aspekte nicht berücksichtigen und ihr Portfolio nach Mittelwert/Varianz optimieren, A, die ESG-Informationen als Kriterien für ihre Rendite- und Risikoerwartungen mit einbeziehen, und M, die explizit hohe ESG-Scorings für ihre Portfolios anstreben. Für jedes ESG-Niveau berechnen die Autoren die höchstmögliche Sharpe Ratio und kommen so auf eine ESG-Effizienzlinie. U-Investoren würden das Tangentenportfolio ohne ESG-Informationen wählen, bei A-Investoren ist es das Tangentenportfolio mit ESG-Informationen, während die M-Anleger einen Punkt rechts hiervon auf der Effizienzlinie anstreben – je nachdem, wie hoch ihre ESG-Präferenz ist.


Quelle: Pedersen, Fitzgibbons, Pomorski, 2019

Im nächsten Schritt wählen die Autoren Proxies für ESG sowie jeweils einzeln E, S und G und berechnen damit die Effizienzlinie. Deren Verlauf hängt davon ab, ob der Indikator tatsächlich die Performance der Assets beeinflusst. Es zeigt sich, dass die Berücksichtigung von ESG-Informationen zu einer Steigerung der Sharpe Ratio um 12 % führt. Bezüglich der Kosten zeigen die Autoren, dass eine Verdoppelung des ESG-Scores relativ zum Score des Maximum-Sharpe-Ratio-Portfolios diese um lediglich 3 % reduziert. Werden lediglich Environmental-Informationen genutzt, ergibt sich dadurch keine Steigerung der Sharpe Ratio. Die Effizienzlinie zu bestimmen ist dennoch sinnvoll, um die Kosten einer (in diesem Fall) CO2-ärmeren Aufstellung des Portfolios darzustellen.


Quelle: Pedersen, Fitzgibbons, Pomorski, 2019

Der Ausschluss nicht nachhaltiger Unternehmen kann sogar zu einer Verschlechterung des gesamten ESG-Scorings führen. Grund ist, dass Investoren andernfalls in diesen Assets Short-Positionen zur Finanzierung nachhaltigerer Investments hätten aufbauen können. Zuletzt führend ei Autoren verschiedene empirische Tests durch, um zu erklären, in wieweit die gewählten ESG-Proxies mit den Renditen der Assets korrelieren.


Mit der Publikation Absolut|impact zeigt Absolut Research das Spektrum nachhaltiger Investments für institutionelle Investoren auf. Anleger erfahren durch Fachbeiträge zu Strategien, Trends, ESG-Initiativen und Regulierung, wie sie nicht nur ihr Portfolio, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen (mit)gestalten können.

 

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