Liquidität europäischer Unternehmensanleihen
Über die vergangenen Jahre ist die Umschlagshäufigkeit europäischer Corporates leicht zurückgegangen und ist mit rund 40 % nur etwa halb so hoch wie in den USA, zeigt ein Marktbericht von BlackRock vom August 2016, in dem der europäische Markt für Unternehmensanleihen analysiert wird. Dies kann jedoch auch auf einen Mangel an konsistenten Daten zurückzuführen sein, geben die Autoren zu bedenken, da eine entsprechende Reporting-Pflicht erst ab Januar 2018 in Kraft treten wird. Trotz geringer und weitgehend stabiler Bid-Ask Spreads sind die variablen Handelskosten für europäische Anleihen angestiegen. Dies geht einerseits auf gesunkene Handelsvolumina je ausstehendem Bond und andererseits auf eine längere Dauer der Orderausführung zurück.
Aktuell machen Corporate Bonds weltweit ein Volumen von 28,4 Billionen US-Dollar aus. Der größte Posten hiervon ist mit 11,4 Billionen in US-Dollar denominiert, gefolgt von Euro-Emissionen (7,9 Billionen US-Dollar). Hiervon entfallen 3,9 Billionen US-Dollar auf Anleihen der Realwirtschaft. Mit dem andauernden De-Leveraging der europäischen Banken steigt die Bedeutung des Corporate-Bond-Marktes für die Finanzierung der Unternehmen. 
Quelle: BlackRock
Auf einem aggregierten Level ist die Investorenstruktur des europäischen Corporates-Markt breit diversifiziert. Etwa ein Drittel der Anleihen wird von Versicherern sowie Pensions- und Investmentfonds (ICPFs & Ifs) gehalten, knapp ein weiteres Drittel entfällt auf Finanzinstitute einschließlich des Eurosystems (MFIs) und 23 % auf externe Investoren (RoW). Investmentfonds der Eurozone halten Assets im Volumen von 10,2 Billionen Euro, davon 4 Billionen in Schuldtiteln. Besonders hervorgehoben wird die Entwicklung europäischer Bond-ETFs, die das am schnellsten wachsende ETP-Segment weltweit darstellen. Sollte die EZB ihr Anleihenkaufprogramm bis März 2017 fortsetzen, dürfte sich der Anteil der von ihr gehaltenen Unternehmensanleihen auf 7 % steigern. Durch die damit einhergehenden niedrigeren Renditen steigt das Risiko eines Crowding Out der privaten Investoren. 
Quelle: BlackRock, EZB
Um den europäischen Unternehmensanleihenmarkt zu fördern, sollten institutionelle Investoren im Zuge der Kapitalmarktunion verstärkt angeregt werden, hier zu investieren. Weiterhin wäre es hilfreich, die Rating-Vorgaben für Versicherer zu lockern, die diese derzeit stark in Staatsanleihen sowie das Investment-Grade-Segment zwingen. Die Harmonisierung der Offenlegungspflichten in einem einheitlichen Regelwerk würde die administrative Effizienz bei der Anleiheemission verbessern und die Kosten reduzieren. Ein weiterer Schlüsselaspekt umfasst den Schutz der Investoren vor Bail-ins, damit diese Risiken anlegerseitig abschätzbar bleiben und das Vertrauen der Investoren nicht verloren geht.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Unternehmensanleihen jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Credit Corporate Bonds. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.