Kapazität verschiedener Asset-Klassen für institutionelle Investoren
In einem Forschungspapier gehen Michael O’Neill von der Bond Business School und Geoff Warren von Centre for International Finance and Regulation auf das Capacity Management institutioneller Investoren ein. Anhand von vier Fragestellungen wird geprüft, wie sich die Kapazitäten verschiedener Asset-Klassen unterscheiden. Hier spielen drei Faktoren hinein; der Gesamtwert des in einer Asset-Klasse gebundenen Kapitals, die Möglichkeit, in dieses Segment zu investieren, und zuletzt die Zusammensetzung der Investorenbasis. In den öffentlichen Märkten zeichnen sich vor allem globale Large-Cap Aktien und Staatsanleihen durch hohe Kapazität aus, während es in den Private Markets direkte Immobilien und Infrastruktur sind. Geringere Kapazitäten weisen dagegen Small-Cap Aktien und Hochzinsanleihen sowie Timberland und Cat Bonds auf. 
Quelle: O’Neill, Warren, 2016
Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit Eigenschaften von Investment-Strategien, die hohe Kapazitäten aufweisen. Fünf Kriterien werden hier isoliert: Sie müssen erfolgreich in großen und liquiden Universen angewendet werden können, dürfen nicht davon abhängig sein, dass dauerhaft große Volumina gehandelt werden müssen, sind liquiditätsstiftend, stellen keine Konkurrenz für andere Investoren dar und weisen Skalenvorteile auf. Beispiele hierfür sind Contrarian Investing und Thematic Investing.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist das Kapazitätsmanagement im Multi-Asset-Kontext. Kernaussage ist hier, dass sowohl Assets als auch Strategien an die Portfoliogröße angepasst werden sollten. Kleine Portfolios können versuchen, in kleinen Segmenten, etwa Small Caps, Prämien zu extrahieren, während große Portfolios sich auf Segmente mit großen Kapazitäten konzentrieren sollten. Zuletzt betrachten die Autoren Probleme von Kapazitätsgrenzen im Zusammenhang mit der Nutzung externer Asset Manager und entstehenden Agency-Konflikten. Bei der Managerselektion sollten Investoren darauf achten, dass externe Asset Manager die Kapazitätsgrenzen ihrer Strategien im Sinne ihrer Investoren berücksichtigen. Dies umfasst beispielsweise die Schließung von Fonds, die ihre Grenzen erreichen, und die Gebührenstruktur.
Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern mit der monatlichen Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Universen.