17.12.2015 | Märkte

BVI befürwortet Integration von Nachhaltigkeitskriterien in Corporate Governance

Der deutsche Fondsverband BVI hat im Oktober Leitlinien für Hauptversammlungen veröffentlicht und darin speziell auf den Bereich der Nachhaltigkeit abgestellt. So fordert der Verband unter anderem die systematische Berufung eines Vorstandsmitglieds für ESG-Fragen. In Bezug auf den Corporate-Governance-Kodex legen die Leitlinien nahe, die Entwicklung von Best Practices für verantwortungsvolle Unternehmensführung und Darstellung von SRI/ESG-Themen zu fördern. Hinsichtlich der Entlastung und Berufung von Vorstand und Aufsichtsrat werden deutliche und nachhaltige Verstöße gegen allgemein anerkannte Social Responsible Investment (SRI) bzw. Environmental Social Governance (ESG) Richtlinien als kritische Faktoren eingestuft. Damit geht der BVI-Leitfaden über die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex DCGK der Bundesregierung hinaus. Letzterer bleibt allgemeiner und nennt weder ESG noch SRI als Kernthemen.


Quelle: Stoxx, Sustainalytics

Ebenfalls im Oktober haben der Indexprovider STOXX und die Nachhaltigkeitsratingagentur Sustainalytics die ESG-Profile und Nachhaltigkeitsberichterstattung der DAX-Konzerne untersucht. Es zeigt sich, dass einerseits eine Vielzahl von Unternehmen sehr breit engagiert ist und sich Initiativen, wie dem UN Global Compact, dem Carbon Disclosure Project (CDP) oder dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), angeschlossen haben. Auf der anderen Seite aber gibt es einige DAX-Unternehmen, die sich dem Thema Nachhaltigkeit sehr viel konservativer und reservierter nähern, schreiben die Autoren. Hier bestehen vor allem branchenspezifische Unterschiede in der Herangehensweise. Die meisten Unternehmen berichten jedoch zumindest nach den GRI-Standard der dritten Generation.
Die Studie zeigt, dass die DAX-Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeitsberichterstattung gut aufgestellt sind. Bemängelt wird die Zurückhaltung bei internationalen Standardsetzungsinitiativen wie dem Sustainability Accounting Standards Boards (SASB) und dem International Integrated Reporting Council (IIRC). Nur vier DAX-Unternehmen beteiligen sich derzeit an der Pilotphase.

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