15.09.2016 | Märkte

Aufschwung bei Schwellenländeranleihen

Nach fast zwei Jahrzehnten Wachstum führte die zunehmend kritische Einschätzung der Emerging Markets im vergangenen Jahr zu seit 30 Jahren erstmalig negativen Nettokapitalflüssen. Seit Anfang 2016 haben die Emerging Markets allerdings einen erneuten Aufschwung erlebt. In einer im Juli 2016 erschienen Marktstudie hat Neuberger Berman untersucht, ob von einer anhaltenden Aufschwungphase und risikoarmen Investments gesprochen werden kann.

Die Autoren messen die finanzielle Stabilität der Schwellenländer anhand der folgenden makroökonomischen Indikatoren: Steuerbilanz und Staatsverschuldung, Leistungsbilanz und finanzielle Reserven sowie Unternehmensverschuldung und Risiken im Bankensektor. Die Staatsverschuldung verblieb in den Schwellenländern, bis auf Ägypten, Ukraine und Singapur unter dem Niveau der Industrieländer. Hinsichtlich der Leistungsbilanz kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass die schwache chinesische Nachfrage nach Rohstoffen einen negativen Effekt auf produzierende Länder, wie Korea, Taiwan oder Thailand hatte. Allerdings konnten die Schwellenländer über die vergangenen Jahre ein hohes Niveau an finanziellen Reserven aufbauen, das auch trotz einer Verschlechterung der Leistungsbilanz den Wert von 2007 deutlich übersteigt. In 2015 haben die Schwellenländer bspw. 340 Milliarden USD ihrer Reserven verwendet, um den Kapitalabflüssen entgegenzuwirken. Davon entfiel der Großteil auf China. Werden Leistungsbilanzsaldo und finanzielle Reserven gegeneinander abgebildet, zeigt sich, dass die Philippinen, Russland und China das geringste Risiko aufweisen.


Quelle: Neuberger Berman

Im Gegensatz dazu kann eine hohe Verschuldung staatlicher Unternehmen die Kreditwürdigkeit von Schwellenländern deutlich verschlechtern. So konnten vor allem in der Öl- und Gasbranche hohe Verschuldungsraten festgestellt werden. Hier wird deutlich, dass eine ganzheitliche Bewertung der Indikatoren notwendig ist. Je nach Auswahl der Kennziffer verschiebt sich die Bewertung der wirtschaftlichen Stabilität deutlich.

Bei der finalen Bewertung jedes Schwellenlandes anhand einer Kombination aller makroökonomischen Indikatoren kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass für eine Investmentscheidung die Verwendung verschiedener Kennzahlen für die Beurteilung der wirtschaftlichen Situation entscheidend ist. Aber auch dann ist eine intensive Analyse notwendig. Denn rohstoffarme europäische und asiatische Länder belegen die oberen Plätze des Rankings, während rohstofflastige lateinamerikanische und afrikanische Länder die unteren Plätze belegen. Aber auch hier heben die Autoren hervor, dass auf Ausnahmefälle, wie Mexico oder Russland, zu achten ist. Das Ergebnis ist ein differenzierter Investmentmarkt mit guten Opportunitäten.


Quelle: Neuberger Berman

Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Schwellenländeranleihen jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Credit Emerging Market Bonds. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 12.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 25 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 100 Universen.

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