Komplexität handhabbar machen

Ausgabe 3-2017}
Unsicherheit über künftige Entwicklungen ist ein Wesenszug der Kapitalmärkte. Investoren versuchen seit jeher, sie durch das Sammeln und Auswerten von Informationen zu reduzieren. War früher die Menge potenziell relevanter Daten überschaubar, deren Auswertung jedoch relativ mühsam, hat sich mit der rasanten Entwicklung im IT-Bereich dieses Bild jedoch umgekehrt. Heute lassen sich große Datenmengen in Sekundenbruchteilen auswerten - gleichzeitig ist die Datenfülle jedoch exponentiell gewachsen und die relevanten Informationen müssen aufwendig herausgefiltert werden. Es ist teilweise nicht einmal eindeutig, ob und warum ein bestimmtes Ereignis einen Einfluss auf die Marktentwicklung hat oder nicht.

Investieren wird letztlich immer komplexer und erfordert einen ganzheitlichen Blick auf das Portfolio, um auch künftig erfolgreich zu sein. Absolut Research hat zu diesem Zweck das im Jahr 2011 vorgestellte MSAA-Konzept entwickelt und einen Rahmen geschaffen, mit dem alternative Strategien in die Asset Allocation integriert werden können. Olaf Trenner, Principal bei LGT Capital Partners, befasst sich in seinem Kommentar mit der Fragestellung, wie sich Portfolios heute krisenfester gestalten lassen. Die Integration liquider alternativer Anlagestrategien ist dabei ein zentraler Aspekt, da sie ein dynamisches Beta-Exposure aufweisen können. Für die Steuerung des Betas werden Erwartungen über die künftigen Marktentwicklungen benötigt, die klassischerweise aus Szenarioanalysen abgeleitet werden. Big-Data-Ansätze, deren Grundzüge Bastian Lechner von Catana Capital in seinem Gastbeitrag skizziert, können ein weiterer möglicher Weg sein, mit der Komplexität der Datenfülle umzugehen und treffsicherere Prognosen zu generieren. Auch die Analysen in der Rubrik "Im Fokus" zeigen, dass letztlich nur ein ganzheitlicher Investmentansatz erfolgversprechend ist, da je nach Marktphase unterschiedliche Manager die Nase vorn haben. 


Ausgabe: Ausgabe 3-2017