Grundlagen der Kennzahlenberechnung
Das Glossar erläutert die von Absolut Research verwendeten Kennzahlen für Rendite, Risiko und risikoadjustierte Performance sowie die Berechnung der Nettomittelflüsse und ESG-Kennzahlen.
Renditekennzahlen
Rendite
Die Rendite für den Zeitpunkt t gibt die Veränderung des Nettoinventarwerts des Fonds gegenüber der Vorperiode (t–1) an. Ausschüttungen (D) werden reinvestiert. ?
Arithmetisches Mittel
Das arithmetische Mittel ist der Quotient aus der Summe der Renditen und der Anzahl der Renditen im Untersuchungszeitraum (t = 1 … T).
Annualisierte Rendite
Die annualisierte Rendite (geometrisches Mittel) gibt die durchschnittliche Rendite des Fonds innerhalb des Untersuchungszeitraums bei kontinuierlicher Verzinsung an.
Wertentwicklung (kumulierte Rendite)
Die kumulierte Wertentwicklung zeigt, wie sich eine Investition von 1.000 Euro in das Produkt entwickelt hätte.
Überrendite
Die Überschussrendite ist die Differenzrendite zwischen dem Produkt und dem Vergleichsindex.
Risikokennzahlen
Standardabweichung (StDev.)
Die Standardabweichung misst die durchschnittliche Streuung der Renditen um ihren arithmetischen Mittelwert.
Downside Deviation
Die Downside Deviation misst die durchschnittliche des Produkts, wenn die Rendite unterhalb eines Schwellenwerts Tau liegt. Wählt man für Tau die durchschnittliche Rendite, spricht man auch von der Semi Deviation.
Value at Risk (VaR)
Der Value at Risk (VaR) gibt den erwarteten maximalen monatlichen Verlust an, der mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit (k, Quantil der Standardnormalverteilung) nicht überschritten wird.
95% bzw. 5%: k ungefähr gleich |1,6449|
Modified Value at Risk (MVaR)
Der Modified Value at Risk (MVaR) gibt den Verlustschwellenwert an, der bei einem festgelegten Konfidenzniveau innerhalb eines Monats mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Dabei bezeichnet zc das zum Konfidenzniveau gehörige Quantil der Standardnormalverteilung. 95% bzw. 5%: zc ungefähr gleich |1,6449|. Während der Value at Risk nur die Standardabweichung der Renditeverteilung als Risikomaß verwendet, fließen in die Berechnung des MVaR zusätzlich Schiefe (S) und Wölbung (K) der Verteilung als Risikomaße mit ein.
Schiefe
Die Schiefe ist ein Maß für die Symmetrie einer Verteilung. Bei symmetrischen Verteilungen beträgt der Wert der Schiefe Null. Ein negativer Wert der Schiefe steht für eine höhere Anzahl an Renditen, die größer sind als der arithmetische Mittelwert. Ein positiver Wert der Schiefe steht für eine höhere Anzahl an Renditen, die kleiner sind als der arithmetische Mittelwert.
Wölbung (Überschuss-Kurtosis)
Die Kurtosis (Wölbung) misst die Steilheit einer Verteilung, d.h. die Konzentration der Realisationen um den arithmetischen Mittelwert. Eine normalverteilte Zufallsgröße hat eine Kurtosis von 3. Ein höherer Wert für die Kurtosis steht für eine spitzere Verteilung und damit mehr Wahrscheinlichkeitsmasse an den Rändern der Verteilung. Eine Kurtosis kleiner 3 steht für eine stärkere Konzentration um den arithmetischen Mittelwert.
Maximum Drawdown
Der Maximum Drawdown ist der maximale Verlust, der in einem Verlustzeitraum bis zur vollständigen Werterholung angefallen ist. Er steht somit für das schlechteste mögliche Ergebnis einer Investition in dem betrachteten Zeitraum. Die Nettoinventarwerte werden um etwaige Ausschüttungen korrigiert.
Worst Month
Der Worst Month ist die niedrigste Monatsrendite innerhalb des Untersuchungszeitraums t = 1…T
Korrelation
Der Korrelationskoeffizient (nach Pearson) misst niveauunabhängig den linearen Gleichlauf zwischen zwei Variablen (X und Y). Der Korrelationskoeffizient kann Werte zwischen –1 und +1 annehmen, wobei –1 perfekter negativer Gleichlauf, +1 perfekter positiver Gleichlauf und Null keine Korrelation bedeutet.
Beta
Das Beta gibt eine Rendite Schätzung des Produkts an, wenn die Rendite der Benchmark x% beträgt. Es handelt sich um den geschätzten Steigungskoeffizienten einer linearen Regression. Je höher das Beta, desto stärker reagiert das Produkt auf Kursveränderungen der Benchmark.
Korrelation – Up (Down)
Die Up- bzw. Down-Korrelation misst die Korrelation zwischen zwei Assets, wenn die Rendite des Referenz-Assets (Yi) oberhalb bzw. unterhalb von Null liegt.
Beta – Up (Down)
Das Up- bzw. Down-Beta beschreibt das Verhalten des Produkts, wenn der Vergleichsindex steigt (fällt). Ein positives Up- bzw. Down-Beta impliziert einen Anstieg (Rückgang) des Produkts als Reaktion auf einen steigenden (fallenden) Index.
Tracking Error
Der Tracking Error ist die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen Produkt und Vergleichsindex. Er gibt das Risiko dafür an, dass das Produkt die Benchmark-Rendite verfehlt.
Risikoadjustierte-Kennzahlen
Alpha
Das Alpha spiegelt die um das Beta-Risiko adjustierte durchschnittliche Überschussrendite des Produkts gegenüber der Benchmark wieder und ist ein Indikator für die Fähigkeiten des Managers.
Sharpe Ratio
Die Sharpe Ratio ist definiert als Verhältnis von Überschussrendite (Rendite minus risikofreier Zinssatz) zu Standardabweichung. ((R-R_RF)) / | R-R_RF | ist ein Korrekturfaktor der die Rangfolgeeigenschaft der Sharpe Ratio im Falle negativer Sharpe Ratios sicherstellt.
Gain/Loss Ratio (Omega)
Das Omega-Maß gibt das Verhältnis der Fläche unterhalb der Renditeverteilung oberhalb eines Schwellenwertes und der Fläche unterhalb der Renditeverteilung unterhalb des Schwellenwertes wieder. Es ist somit ein risikoadjustiertes Renditemaß, welches die alle Momente einer Verteilung berücksichtigt. Ist der Schwellenwert 0, spricht man auch von der Gain/Loss Ratio
Sortino Ratio
Die Sortino Ratio misst die Überschussrendite des Produkts im Verhältnis zu dessen Downside Deviation.
Treynor Ratio
Die Treynor Ratio misst die Überschussrendite des Produkts im Verhältnis zu dessen Beta bezüglich der Marktbenchmark.
Information Ratio
Die Information Ratio misst die Überschussrendite des Produkts im Verhältnis zu dessen Tracking Error bezüglich der Marktbenchmark.
Nettomittelflüsse
Geschätzte Mittelflüsse
Die Nettomittelflüsse werden auf Basis der Veränderung des verwalteten Vermögens gegenüber dem Vormonat geschätzt. Dem Verfahren liegt die Annahme zu Grunde, dass sich das verwaltete Vermögen in Abwesenheit von Zu- oder Abflüssen nur durch die Rendite des Produkts verändert.
ESG-Kennziffern
Climetrics Coverage
Um ein Climetrics-Rating zu erhalten, müssen mindestens 60% des verwalteten Vermögens eines Fonds ein Climetrics-Unternehmensscore aufweisen und die letzten vollständigen Holdingdaten müssen weniger als 12 Monate alt sein.
Climetrics Rating
Das Rating zeigt, wie gut die Unternehmen im Portfolio eines Fonds die Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Klimawandel, Wassersicherheit und Entwaldung managen. Es misst sowohl die Leistung als auch die Auswirkungen der Unternehmen, in die ein Fonds investiert ist. Climetrics berücksichtigt auch die ESG-Investitionspolitik der Fonds und den Umfang der öffentlichen Maßnahmen, die der Vermögensverwalter ergreift, um die globale Transparenz und das Engagement Initiativen zum Klimawandel zu unterstützen. Für jeden Fonds wird ein Punktwert (0 – 100) errechnet und anhand einer Normalverteilung in das Rating überführt. Für die Erreichung eines 5-Blatt-Rating gelten darüber hinaus bestimmte Schwellenwertkriterien.
FNG Profil
Die FNG-Nachhaltigkeitsprofile bieten eine Übersicht zu nachhaltigen Anlagestrategien und relevanten Eckdaten von nachhaltigen Investmentfonds.
FNG Siegel
Das FNG-Siegel ist qualitativ und basiert auf einem Mindeststandard, der u.a. Transparenzkriterien und die Einhaltung des UN Global Compact umfasst. Alle Titel im Portfolio müssen auf Nachhaltigkeitskriterien hin analysiert werden und das Produkt eine Nachhaltigkeitsstrategie vorweisen. Ausgeschlossen sind u.a. Investitionen in Atomkraft, Kohlebergbau oder Ölsande. Produkte, die sich zudem in den Bereichen „institutionelle Glaubwürdigkeit“, „Produktstandards“ und „Portfolio-Fokus“ (Titelauswahl, Engagement und KPIs) besonders hervorheben, erhalten das Siegel mit bis zu drei Sternen. Grundlagen der Vergabe sind ein Fragenkatalog und Dialoge mit dem Asset Manager.
ISS CO2-Intensität
Dieser Faktor liefert den gewichteten Kohlenstoffintensitätswert auf der Grundlage der gewichteten Emissionen (tCO2e) pro Million Umsatz (USD).
ISS ESG Performance
Der ISS ESG Performance Score liefert eine numerische Punktzahl von 0 bis 100 und ist für alle bewerteten Unternehmen vergleichbar. Ein bewerteter Fonds wird als Prime eingestuft, wenn er die Mindestanforderungen an die Nachhaltigkeitsleistung (Prime-Schwellenwert) einschließlich eines gewichteten Mindest-Performance-Scores von 50 erreicht oder übertrifft und der Fonds keine disqualifizierenden Kriterien überschreitet.
MSCI ESG Quality
Der MSCI ESG Quality Score (0 – 10) misst die Fähigkeit der Positionen im Portfolio, die wichtigsten mittel- bis langfristigen Risiken und Chancen zu managen, die sich aus ökologischen, sozialen und Governance-Faktoren ergeben.
MSCI ESG vs. Peer
Perzentilrang des Fonds in seiner Peer Group auf Basis des MSCI ESG Quality Scores.
MSCI Exclusion
Der prozentuale Anteil des Marktwerts des Portfolios, der in Unternehmen investiert ist, die für einen oder mehrere Standard-SRI-Ausschlussfaktoren gekennzeichnet sind (Alkohol, zivile Schusswaffen, Glücksspiel, Waffen, Streubomben, Landminen, Atomkraft, GVO und Tabak).
MSCI G-Score
Der Governance-Score (0 – 10) eines Fonds misst das Management der wichtigsten Governance-Risiken und -Chancen sowie die
Exposition gegenüber diesen Risiken.
MSCI Impact
Der prozentuale Anteil des Marktwerts des Portfolios, der in Unternehmen investiert ist, die 50% oder mehr ihres Umsatzes mit umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen erwirtschaften, ohne dass es zu schwerwiegenden Umweltkontroversen kommt. Zu den Clean-Tech-Produkten und -Dienstleistungen gehören: Alternative Energie, Energieeffizienz, grünes Bauen, Vermeidung von Umweltverschmutzung und nachhaltiges Wasser. Zu den Social-Impact-Produkten und -Dienstleistungen gehören: Erschwingliche Immobilien, Bildungsdienste, Gesundheitsfürsorge, nahrhafte Lebensmittel, Sanitärprodukte und Sozialfinanzierung.
MSCI S-Score
Der Social-Score (0 – 10) eines Fonds misst das Management und die Exposition der Beteiligungen gegenüber den wichtigsten sozialen Risiken und Chancen.