08.05.2017 | Research

Zusammenhang von Fund Flows und Performance

George Jiang von der Washington State University und Zafer Yuksel von der University of Massachusetts Boston haben in dem Forschungspapier „What Drives the „Smart-Money“ Effect?“ die Ursache für die positive Korrelation von Zuflüssen in Investmentfonds und deren anschliessender Performance untersucht. Zwei Erklärungsansätze werden betrachtet: Der Smart-Money-Effekt bezeichnet die Theorie, dass Investoren in der Lage sind, die zukünftige Performance von Fonds korrekt zu antizipieren und sich entsprechend zu positionieren. Die Persistent-Flow-Hypothese besagt, dass vergangene Zuflüsse dazu führen, dass das Management von weiteren Zuflüssen in der Zukunft ausgeht, darauf mit einem Aufbau von Vermögenspositionen reagiert und so die eigene Performance durch höhere Nachfrage steigert. Bei Abflüssen würde sich dieser Effekt umkehren.

Das verwendete Daten-Sample umfasst US-amerikanische Aktienfonds im Zeitraum 1993 bis 2014. Es zeigt sich, dass ein deutlicher positiver Zusammenhang zwischen Fondszu- und –abflüssen besteht, wobei dieser bei Retail-Fonds und -Anteilsklassen höher ist als bei institutionellen. Dies widerspricht der Smart-Money-Hypothese, da davon ausgegangen werden kann, dass institutionelle Investoren eher in der Lage sind, zukünftige Outperformer zu identifizieren.


Quelle: Jiang, Yuksel, 2016

Die weiteren Ergebnisse zeigen, dass der Zusammenhang zwischen Flows und Performance im Wesentlichen durch die Abflüsse ausgelöst wird. Auch dies widerspricht der Smart-Money-Hypothese, da der Hypothese zu Folge Investoren nicht nur die Under- sondern ebenso die Outperformer identifizieren müssten. Im Folgenden zeigen die Autoren, dass sowohl Zu- als auch Abflüsse sehr persistent sind, insbesondere die Abflüsse bei Retail-Produkten. Werden die erwarteten Fund Flows berücksichtigt, gibt es keinen signifikanten Zusammenhang mehr zwischen Flows und Performance. Das Fazit der Arbeit stützt daher die Persistent-Flow-Hypothese: Fondsmanager antizipieren die Persistenz der Zu- und Abflüsse und reagieren mit einem Auf- oder Abbau von Assets, was deren Kurse und damit die Fondsperformance beeinflusst.


Quelle: Jiang, Yuksel, 2016


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