04.10.2022 | Research

Zusammenhang von EU-Taxonomie und Umwelt-Rating

Maurice Dumrose und Julia Eckert von der Universität Kassel sowie Sebastian Rink von der Frankfurt School of Finance & Management untersuchen in einem Research Paper, inwieweit die EU-Taxonomie und die Umwelt-Säule verschiedener ESG Ratings (E-Rating) zusammenhängen. Das Sample umfasst 1.813 Unternehmen, die Umsatzanteile haben, die Taxonomie-bezogen sind. Taxonomie-bezogen heißt, Umsatzanteile, die sich auf Aktivitäten beziehen, welche im Bereich Vermeidung des Klimawandels als relevant betrachtet werden. Eine Korrelationsanalyse zeigt, dass die E-Ratings signifikant positiv mit dem Anteil der Umsätze korrelieren, die einen Beitrag zur Vermeidung des Klimawandels leisten. Je höher die Umsatzanteile der Unternehmen, desto höher tendenziell auch das E-Rating. Die Größenordnung der Korrelation unterscheidet sich je nach Rating-Anbieter und liegt zwischen 7 und 19 %.
 


Quelle: Dumrose, Eckert, Rink, 2022
 

Im zweiten Schritt wird eine Tobit-Regression durchgeführt (Modell I). Auch hier besteht ein signifikant positiver Zusammenhang von E-Ratings und SC Alignments für drei der vier Ratings. Lediglich für S&P ist der Koeffizient zwar positiv, aber nicht signifikant. Drittens wird das vorherige Modell um eine Dummy-Variable für Unternehmen, deren Umsätze vollständig Taxonomie-bezogen sind, sowie einen Interaktionsterm zwischen SC Alignment und vollständig Taxonomie-bezogenen Umsätzen erweitert. Das erweiterte Modell zeigt über den Interaktionsterm einen positiven Zusammenhang zwischen dem Anteil der Taxonomie-bezogenen Umsätze und dem Effekt auf die E-Ratings. Der Einfluss der Taxonomie ist also höher bei Unternehmen, deren Umsätze vollständig Taxonomie-bezogenen sind.
 


Quelle: Dumrose, Eckert, Rink, 2022
 

Die Ergebnisse implizieren, dass die Taxonomie die Unterschiede bei der Bemessung nachhaltiger ökonomischer Aktivitäten über die verschiedenen Rating-Anbieter reduzieren kann. Dabei dürfte der Effekt für Unternehmen höher sein, die einen größeren Anteil ihrer Umsätze in Taxonomie-relevanten Geschäftsfeldern erzielen. Der nicht signifikante Zusammenhang von Taxonomie und den Ratings von S&P lässt allerdings vermuten, dass Möglichkeiten zur Reduzierung dieser Messungsdivergenzen noch nicht vollständig ausgeschöpft werden.

 

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