06.05.2024 | Märkte

Zusammenhang von Aktienduration und Value-Faktor

PGIM hat den Zusammenhang der Rendite des Value-Faktors mit Veränderungen des Zinsniveaus untersucht. Zwischen 2006 und 2020 ist ein Long/Short-Portfolio, das auf dem klassischen Fama-French-HML-Faktor basiert, um 58 % gefallen. 2021 und 2022 dagegen verzeichnete es ein Wachstum von 22 bzw. 32 %. Die schwache Performance fiel zusammen mit einer Phase sehr niedriger und fallender Zinsen, während die Wertsteigerungen mit steigenden Zinsen einhergingen.

Die Korrelation zwischen Zinsen und dem Value-Faktor war über die vergangenen zehn Jahre historisch außergewöhnlich hoch. Ein Grund hierfür war den Einfluss der Zinsen auf die Duration der Aktien, die nicht für alle Aktien gleich ist. In Zeiten höherer Zinssätze ist die Sensitivität des Value-Faktors gegenüber den Zinssätzen gering und erscheint einigermaßen stabil. Da die Zinssätze in der Vergangenheit höher waren, fiel die historische Korrelation gering aus. Sinkende Zinsen können jedoch die Zinsempfindlichkeit von teuren Aktien stärker erhöhen als die von billigen Aktien. Folglich reagieren Portfolios mit Long-Positionen in billigen und Short-Positionen in teuren Aktien in der Regel empfindlicher auf die Zinssätze, was zu der in den letzten Jahren beobachteten höheren Korrelation beiträgt. Gleichzeitig kamen Veränderungen in der Risikowahrnehmung der Investoren hinzu.



Quelle: PGIM


Empirisch zeigt sich allerdings, dass der Zusammenhang schwächer ist als in der Theorie vermutet. Zwar sind die Zinsen ceteris paribus durchaus ein Einflussfaktor, aber dieser Effekt hängt von anderen Faktoren ab und ist nicht zeitstabil. In einem Umfeld generell höherer Inflation und Zinsen, insbesondere am langen Ende der Zinskurve, ist es wahrscheinlich, dass die Korrelation von Value und Zinsen wieder erheblich abnimmt.


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