Zeitliche Risikostruktur von Private Equity
Ein Team von der EDHEC Business School hat in einem Research Paper untersucht, wie sich die Volatilität von Private Equity über verschiedene Anlagehorizonte entwickelt und gezeigt, dass diese zwar mit der Zeit abnimmt, Private Equity jedoch auf allen Zeithorizonten volatiler bleibt als börsennotierte Aktien. Hierzu nutzen die Autoren ein Bayes’sches VAR-Modell sowie Quartalsdaten globaler nicht börsennotierter Unternehmen, US-Aktien und -Staatsanleihen im Zeitraum 2013 bis 2024. Die berechnete Volatilität über verschiedene Anlagehorizonte zeigt für alle Anlageklassen einen abwärts gerichteten Verlauf. Das bedeutet, dass das Risiko pro Periode mit zunehmendem Horizont sinkt. Private Equity weist jedoch über alle Horizonte hinweg die höchste Volatilität auf.

Quelle: Amenc, Martellini, Selvam, 2025
Auf Basis der BVAR-Ergebnisse werden optimale Portfolios für verschiedene Anlagehorizonte berechnet. Dabei werden erwartete Renditen und Kovarianzen verwendet. Tangency-, GMV- und Risk-Parity-Ansätze, zeigen, dass Private Equity grundsätzlich einen Beitrag zur Diversifikation leistet, jedoch mit moderaten und modellabhängigen Anteilen. Die Berücksichtigung von Gebühren reduziert die Attraktivität von Private Equity weiter und führt zu niedrigeren Allokationen, gleiches gilt bei einer höheren Risikoaversion. Mit zunehmendem Anlagehorizont stabilisieren sich die Portfolioanteile, wobei Private Equity weiterhin enthalten bleibt, jedoch moderat gewichtet ist.
Damit zeigt die Arbeit, dass Private Equity zwar zur Diversifikation beitragen kann, der optimale Portfolioanteil jedoch deutlich sinkt, sobald realistische Faktoren wie Gebühren, Illiquidität und Risikoaversion berücksichtigt werden. Zugleich wird deutlich, dass Private Equity nicht als langfristig sichere Anlage interpretiert werden sollte, da es auch über lange Anlagehorizonte hinweg ein höheres Risiko als börsennotierte Aktien aufweist. Daraus folgt, dass Investoren diese persistenten Risiken explizit in der strategischen Portfolioallokation berücksichtigen müssen.
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