Zahlungsbereitschaft für ESG-Anlageprodukte
Malcolm Baker, Mark Egan und Suproteem Sarkar von der Harvard University haben in einem Research Paper untersucht, in welchem Maße Investoren Präferenzen für ESG-Strategien haben bzw. wie hoch ihre (zusätzliche) Zahlungsbereitschaft ist. Die Autoren vergleichen mittels eines Revealed-Preferences-Ansatzes die Situation für Indexfonds und zeigen, dass Investoren im Mittel eine zusätzliche Zahlungsbereitschaft in Höhe von 20 Basispunkten für ESG-Produkte haben. Diese ist von 2019 bis 2022 von 9 auf 28 Basispunkte angestiegen. Im Mittel überschneiden sich die Portfolios von ESG- und Non-ESG-US-Aktienfonds zu 68 %. Dies impliziert, dass die Anleger für ein reines ESG-Portfolio 63 Basispunkte zu zahlen bereit wären.

Quelle: Baker, Egan, Sarkar, 2022
Weiterhin untersuchen die Autoren, ob es geographische Unterschiede hinsichtlich der ESG-Präferenzen gibt. Hierzu wird die Verfügbarkeit von ESG-Fonds in 401(k)-Plänen betrachtet. Auf Ebene der Landkreise geht ein Anstieg des Anteils der wegen des Klimawandels besorgten Bevölkerung um 10 % mit einer Zunahme der Verfügbarkeit von ESG-Fonds um 5 % einher. Gleichzeitig sind klimabesorgte Investoren bereit, für diese Produkte 37 Basispunkte mehr zu bezahlen. Auch auf Branchenebene ergeben sich Unterschiede. Angestellte im Bildungssektor weisen eine 33 % höhere Wahrscheinlichkeit auf, mindestens eine ESG-Option in ihren 401(k)-Plänen zu haben als Angestellte im Transportwesen.

Quelle: Baker, Egan, Sarkar, 2022
Zuletzt wird analysiert, in welchem Ausmaß die Produktanbieter von der erhöhten Zahlungsbereitschaft der Investoren profitieren. Eine Regressionsanalyse ergibt, dass für ESG-Fonds im Mittel um rund 6 Basispunkte höhere Gebühren verlangt werden, denen 3 Basispunkte höhere Kosten gegenüberstehen. Unter dem Strich verbleiben also 3 Basispunkte höhere Gebühren für die ESG-Produkte bei den Anbietern.
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