Wohnimmobilienpreise in Deutschland stabil
Eine Ende September erschienene Research-Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) untersucht den Einfluss der Finanzkrise auf die Wohnimmobilienpreise in Deutschland. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass es infolge zunehmender Arbeitslosigkeit zu einer kurzfristigen Verringerung von Mietpreisen kommen kann, diese jedoch nicht dauerhaft sei, da Mietpreise i. d. R. konjunkturunabhängig seien.
Laut der von Dr. Alkis Henri Otto durchgeführten Studie sind auf den Immobilienmärkten keine Preisübertreibungen wie in den USA zu erkennen. Die Immobilienpreise könnten jedoch durch zwei Faktoren negativ beeinflusst werden. Zum einen durch Liquiditätsengpässe bei der Finanzierung, resultierend aus Fehlspekulationen von in Deutschland ansässigen Banken. Zum anderen durch die hohe Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft, da die weltweite Rezession verstärkte Auswirkungen auf die Auslastung deutscher Unternehmen habe. Dies könne zu erhöhter Arbeitslosigkeit führen.
Quelle: HWWI
Wie oben stehende Grafik zeigt, besteht eine negative Korrelation zwischen Mietpreisen und Arbeitslosigkeit. Mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit Ende 2009/Anfang 2010, verursacht durch saisonale Schwankungen und das Ende der Kurzarbeitsregelungen, würden Ausgaben für Konsum und Wohnen sinken. Zwar sind langfristig Mietpreise durch fundamentale Faktoren von regionaler, demografischer und stadtpolitischer Entwicklung getrieben, die sich bisher robust gegenüber konjunkturellen Schwankungen zeigten, kurzfristig könnten sich jedoch verringerte Mietpreise bei Neuabschlüssen einstellen. Eine statistische Analyse basierend auf verschiedenen Modellen in 70 westdeutschen Städten unterstützt diese These. Allerdings würde sich dann bei einer konjunkturellen Erholung der Mietpreisspiegel wieder anheben. Insgesamt können Investoren also von einer stabilen Entwicklung ihrer Anlagen in Wohnimmobilien ausgehen.