12.12.2016 | Research

Wirkung der Weltkonjunktur auf langfristige Aktienrenditen

Die Norges Bank, Asset Manager des norwegischen Staatsfonds, hat im Forschungspapier „Global Growth and Equity Returns“ den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Aktienrenditen untersucht. Langfristig stellen Cash Flows an Investoren die wichtigste Determinante der Aktienpreise dar. Daher untersuchen die Autoren zunächst den Zusammenhang von BIP-Entwicklung sowie EPS- und Dividendenwachstum. Seit 1970 zeigt sich für die 17 untersuchten Märkte ein deutlicher positiver Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Cash-Flow-Maßen. Die Korrelation zwischen EPS- und BIP-Wachstum beträgt 0,56.


Quelle: Norges Bank Investment Management (NBIM)

Auch dann, wenn BIP-Entwicklung und Aktienrenditen direkt verglichen werden, zeigt sich ein positiver Zusammenhang: Seit 1900 ergibt sich für rollierende 30-Jahreszeiträume eine hochsignifikant positive Korrelation von BIP-Wachstum und Aktienrenditen von 0,25. In Phasen starken Wachstums sind auch die Renditen des Aktienmarktes am höchsten, in Schwächephasen spiegelt sich dies im Aktienmarkt ebenfalls wider. Allerdings scheint der Zusammenhang nicht-linear zu sein, da negative oder sehr geringe BIP-Wachstumsraten deutlich größeren Einfluss auf den Aktienmarkt nehmen als moderates Wirtschaftswachstum.


Quelle: Norges Bank Investment Management (NBIM)

Obwohl die Prognosegüte von BIP-Wachstumsraten eher schwach ist, zeigen die Indikatoren für die Zukunft eine Abschwächung des globalen Wachstums an. Einflussfaktoren sind hier unter anderem Produktivitätswachstum, Staatsverschuldung, Einkommensverteilung und Handelsverkehr. Dennoch implizieren auch rekordtiefe Wachstumsraten nicht automatisch auch rekordtiefe Aktienrenditen, da das Gewicht der relativ stärker wachsenden Volkswirtschaften an den globalen Märkten zugenommen hat. Weiterhin kann nicht ausgeschlossen werden, dass die eingetrübten Aussichten bereits in den Aktienmärkten eskomptiert sind. Dennoch sollten langfristig orientierte Investoren die sich abschwächende Wachstumsdynamik bei ihren Investments berücksichtigen, da die Möglichkeit besteht, dass dieser Umstand noch nicht vollständig eingepreist ist.

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