18.09.2008 | Studie

Windenergie-Industrie profitiert vom Ölpreis und der Klimaschutzdebatte

Die HSH Nordbank untersucht in einer aktuellen Branchenstudie den weltweiten Windenergiemarkt. Die Branche konnte im Jahr 2007 der Studie zufolge stark wachsen. Gemessen an der Kapazität der Windanlagen betrug das Wachstum 27% bzw. rund 20.000 Megawatt und belief sich auf 93.825 Megawatt.

Besonders schnell wuchs der amerikanische Markt. Dort verdoppelte sich das Wachstumstempo. Dort stiegen die Kapazitäten um 5,2 Gigawatt. Auch in Deutschland wuchs der Markt für Windkraft aber im Vergleich zu den USA mit 1,7 Gigawatt neuer Kapazität in deutlich geringerem Tempo. Allerdings liegt Deutschland bei der Gesamtkapazität noch auf Platz eins vor den USA.

Wachstumstreiber der Windkraftbranche waren der Studie zufolge hohe Energiepreise und Versorgungsängste sowie die Klimaschutzpolitik. Während 2004 ein Barrel Öl 30 US-Dollar kostete hat sich der Preis bis heute mehr als verdreifacht. Hinzukomme der Preis für die Emission von CO2. Das in den letzten Jahren stark zugenommene Bewusstsein für den Klimawandel, allen voran in den USA habe ebenfalls für einen Wachstumsschub der Branche gesorgt. Auch geopolitische Konflikte, wie zuletzt der Kaukasus-Konflikt, der ?Energiehunger? asiatischer Schwellenländer und die Abhängigkeit von den OPEC-Staaten trügen durch Ängste über die Energieversorgung zum Wachstum von Windkraft bei.

Probleme für das Wachstum bereiten z.B. die Produktion neuer Anlagen und die Stromnetze. Zu Engpässen sei es bei den Herstellern von Getrieben und Rotorblättern gekommen. Durch Leistungsspitzen aufgrund der schwankenden Produktion werde auch das Stromnetz in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt.

Aufgrund des Bevölkerungswachstums und dem damit einhergehenden Anstieg des Energiebedarfs bescheinigt die Studie dem Windmarkt gute Wachstumschancen. Für den Zeitraum bis 2012 wird mit einem Bestandswachstum von 22% p.a. gerechnet.

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