Wasserknappheit: Risiken und Potenziale für Investoren
Sustainalytics hat in einem Bericht die Risiken der globalen Wasserknappheit untersucht und darauf aufbauend Investitions- und Absicherungsmöglichkeiten für Investoren vorgestellt. Die Autoren legen dar, dass die globale Nachfrage nach Wasser so stark anwachsen wird, dass das globale Wasserangebot nicht ausreichen könnte. Der projizierte Wasserbedarf liegt im Jahr 2030 bei 6900 Milliarden Kubikmeter, wobei sich das derzeitige Wasserangebot lediglich auf 4200 Milliarden Kubikmeter beläuft. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Nachfrage bereits heute 300 Millionen Kubikmeter über dem Wasserangebot liegt. Die Versorgungslücke wird derzeit u.a. in China, Indien, Spanien und in Teilen der USA mit Wasserquellen ausgeglichen, die nach einer kompletten Wasserentnahme trockenfallen. Hervorgehoben wird u.a die ineffiziente Infrastruktur als ein zentrales Kernproblem innerhalb des Diskurses. 45 Millionen Kubikmeter an Frischwasser versickern täglich aufgrund von undichten Leitungen und sind dadurch mittelfristig nicht verfügbar.
Die Autoren stellen basierend auf diesen Ergebnissen drei strategische Maßnahmen zur Risikominimierung sowie Investmentmöglichkeiten für Investoren vor. Zuerst wird empfohlen das Water Risk Exposure des Portfolios zu ermitteln. Hier ist die Branche der gelisteten Unternehmen sowie deren Standort von Bedeutung. Investoren können zum Beispiel über die Kennzahl der Wasserintensität verschiedene Unternehmen innerhalb einer Branche vergleichen und bewerten. Aufgrund von Trockenheit mussten Investoren z.B. bei dem brasilianischen Unternehmen EDP in 2015 Verluste von bis zu 223 Millionen verzeichnen. 
Quelle: Sustainalytics
Als zweiten Schritt empfehlen die Autoren, dass Investoren ihren Einfluss geltend machen. Insbesondere wird betont, dass Engagement-Aktivitäten bei den Unternehmen praktiziert werden sollten, die einer wasserintensiven Branche angehören, in Ländern aktiv sind, die von Wasserknappheit bedroht sind und die ein schwaches Wassermanagement aufweisen.
Als dritten Schritt stellen die Autoren die drei Bereiche Entsalzung, Wasseraufbereitung und Infrastruktur vor, die sich als Investitionsmöglichkeiten unter wasserknappen Rahmenbedingungen lohnen können. Die Autoren schätzen, dass vor allem der Bedarf und die Nachfrage nach Wasseraufbereitungssystemen in wasserarmen Regionen steigen werden. Der Investitionsbedarf im Bereich der Wasserinfrastruktur liegt für die nächsten 20 Jahre bspw. allein in den USA bei 500 Mrd. USD. Auf globaler Ebene wurden 25 Billionen USD ermittelt. 
Quelle: Sustainalytics, Bloomberg
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