Wasserinfrastruktur - Globale Trends und Herausforderungen
Die Versorgung mit Frischwasser und damit zusammenhängende gesellschaftliche Risiken zählen zu den größten Herausforderungen der globalen Gemeinschaft und können geopolitische Spannungen nach sich ziehen, schreibt Credit Suisse in einem Marktbericht. Schon jetzt erweisen sich erhebliche Knappheit, schlechte Wasserqualität oder fehlender Zugang zu sanitären Anlagen in entwickelten und sich entwickelnden Ländern als problematisch. Der Bericht unterstreicht, dass schätzungsweise 13,6 Bill. US-Dollar zwischen 2016 und 2030 investiert werden müssten, um das Ziel des 6. UN Sustainable Development Goals “Ensure availability and sustainable management of water and sanitation for all” zu erreichen. Im Jahr 2016 wurde der gesamte (Ab)Wassermarkt mit 624,97 Mrd. US-Dollar bewertet, aufgeteilt auf den Versorgungssektor (51 %) und den Dienstleistungssektor (49 %). Der kommunale Wassermarkt machte dabei 76,5 % aus, die verbleibenden 23,5 % entfielen auf die Industrie.

Quelle: Credit Suisse Research Institute
Der private Sektor investierte durchschnittlich 1,6 Mrd. US-Dollar über die letzten Jahre in den Bereich Wasserinfrastruktur in Emerging Markets. Im Gegensatz dazu fielen Investitionen in anderen Infrastrukturbereichen deutlich höher aus (14,9 Mrd. Euro Transport, 20,5 Mrd. Euro Energie). Daran wird deutlich, dass das Segment Wasserinfrastruktur unterinvestiert ist und somit abhängig von öffentlichen Institutionen. Ein Grund hierfür könnte die Diskrepanz zwischen Infrastrukturinvestitionen und den dazugehörigen hohen Kapitalkosten aufgrund von regulierten Wasserpreisen sein. Der durchschnittliche (Ab)Wasserpreis beträgt 2,06 US-Dollar per m³ beträgt, was deutlich unter den tatsächlichen Kapitalkosten liegt. Dadurch fehlen Anreize für Investoren.

Quelle: Credit Suisse Research Institute
Das CSRI argumentiert, dass die Wasserpreise um 5,9% jedes Jahr angezogen werden müssten, um die gesetzten Ziele bis 2030 zu erreichen. Ein potenzieller Ansatz um die Investitionslücke zu füllen sind Public Private Partnerships oder andere innovative Finanzierungs-Arrangements an den Kapitalmärkten wie grüne und blaue Bonds. Die UN schätzt, dass jeder in (Ab)Wasser investierte US-Dollar ein langfristiges privates GDP von 6,35 US-Dollar bringt. Im Vergleich dazu beträgt die Rendite anderer Industrien 2,40 US-Dollar, somit sind Wasserinvestitionen auch in Zukunft ein wachsendes Thema des privaten Sektors.
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