Wachstumsperspektiven für Private Debt
Private Debt ist ein wachsendes Marktsegment, zeigt eine Analyse von Amundi. Über die kommenden drei Jahre dürfte das globale Volumen von heute 1,5 auf 3,5 Billionen US-Dollar steigen, schätzen die Autoren. Wesentliche Gründe für das Interesse der Investoren an Private Debt sind höhere Renditen als bei klassischen Anleihen. Zudem sind die Investments weniger anfällig für kurzfristige Preisschwankungen, was sie auch zur Diversifikation interessant macht, und werden als Instrument zur Ertragsgenerierung oftmals bis zur Fälligkeit gehalten. Viele Instrumente bieten durch variable Zinsen überdies eine Absicherung gegen Zinsanstiege und Inflation.

Quellen: Amundi Investment Institute, Preqin, Bloomberg
Zwar ist der Markt für Public Debt wesentlich größer als der für Private Debt, das Wachstum ist allerdings höher, auch wenn die Wachstumsraten zuletzt konvergiert sind. Institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Versicherungen favorisieren einen integrierten Ansatz von Public und Private Debt. Zunehmend beliebt sind hybride Fonds, die sowohl beide Märkte abdecken. Auf der Schuldnerseite führt wachsende Professionalität zu mehr Wettbewerb zwischen privaten und öffentlichen Finanzierungsmöglichkeiten. Regulatorische und ökonomische Rahmenbedingungen wirken inzwischen stärker auf beide Märkte gleichzeitig, etwa durch Zinsanstiege, die Attraktivität von Private-Market-Finanzierungen steigern. Erste Fortschritte bei der Nutzung von Technologie und Datenanalysen ermöglichen eine ganzheitlichere Risikobewertung über beide Märkte hinweg, auch wenn Datenverfügbarkeit im Private Debt begrenzt bleibt. Ein erheblicher Teil zukünftiger Zuflüsse wird von Retail-Anlegern erwartet. Dies erfordert u.a. neue Strukturen wie Evergreen-Fonds, die Entwicklung von Sekundärmärkten, niedrigere Mindestanlagesummen, mehr Transparenz und Reporting sowie den Einsatz von Fintech-Plattformen.

Quellen: Amundi Investment Institute, BIS
Als wichtigstes Schlüsselrisiko wird der Wettbewerb genannt, der zu Überbewertung und sinkenden Underwriting-Standards führen kann. Daneben gibt es Ausfallrisiken, wie auch Liquiditätsrisiken, wobei dies kein unmittelbares Problem sein dürfte, und Konzentrationsrisiken, wenn zu wenig Schuldner im Private-Debt-Portfolio allokiert werden.
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