Trends im Custody- und Abwicklungsgeschäft
Das Post-Trade-Geschäft wandelt sich von einem transaktionsorientierten, stark standardisierten Servicebereich hin zu einem strategisch integrierten Bestandteil der Kapitalmarktinfrastruktur, zeigt eine Umfrage von Citi-GPS unter 500 Marktteilnehmern. Vier zentrale Trends verändern das Nachhandelsgeschäft demnach grundlegend: die Verkürzung von Abwicklungszyklen, die Integration digitaler Vermögenswerte und Distributed-Ledger-Technologien, die Automatisierung von Asset Servicing sowie die Effizienzsteigerung im Settlement-Prozess. Bereits rund 40 % des globalen Wertpapierhandels erfolgen in T+1-Abwicklungszyklen. Diese Entwicklung erfordert umfassende Investitionen in Infrastruktur, da Anforderungen an Echtzeitprozesse und Systemintegration steigen, während kürzere Zyklen die Kapitalmobilität erhöhen.

Quelle: Citi GPS
Die zunehmende Relevanz digitaler Assets markiert einen weiteren zentralen Wendepunkt. Sie gelten nicht nur als neue Assetklasse, sondern auch als Katalysator für effizientere Liquiditätsbereitstellung, geringere Nachhandelskosten und neue Geschäftsmodelle. Im Vergleich zur breiteren Finanzbranche ist der Einsatz generativer KI im Post-Trade-Sektor bislang noch begrenzt. Der Bericht betont jedoch das Potenzial von KI, insbesondere zur Prognose von Settlement-Fehlern, zur Optimierung von Kreditlinien oder zur Automatisierung regulatorischer Berichterstattung. KI wird damit zunehmend als strategisches Instrument verstanden, um Datenvorteile zu realisieren und Dienstleistungen neu zu gestalten.

Quelle: Citi GPS
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der geopolitische Kontext. Datensouveränität, lokale Marktkenntnis und Resilienz gegenüber politischen Risiken gewinnen an Bedeutung. In diesem Umfeld sind globale Custodians mit lokaler Präsenz und vielfältigen Rechtsstrukturen im Vorteil. Einzelne Regionen - insbesondere China, Indien und Europa - entwickeln eigene post-trade-Infrastrukturen, um strategische Unabhängigkeit zu stärken. Dabei entstehen neue Herausforderungen im Hinblick auf Interoperabilität, regulatorische Harmonisierung und Datenmanagement.
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