23.09.2025 | Märkte

Wachstum bei Stablecoins

Mit einem Transfervolumen von 27,2 Bio. US-Dollar im Jahr 2024 haben Stablecoins erstmals die globalen Zahlungsnetzwerke von Visa und Mastercard übertroffen, zeigt eine Analyse von Invesco. Monatlich werden inzwischen zwei bis drei Bio. US-Dollar bewegt, was durchschnittlich über zwei Drittel aller Kryptotransaktionen entspricht. Nahezu alle fiatgebundenen Stablecoins sind an den US-Dollar gekoppelt, was die internationale Rolle der US-Währung weiter stärkt. Der Markt wird derzeit von Tether und Circle dominiert, die gemeinsam 89 % der Marktkapitalisierung und 87 % des Transfervolumens kontrollieren. 


Quelle: Invesco

Mit dem im Juli 2025 verabschiedeten GENIUS Act hat die US-Regierung erstmals ein umfassendes Regulierungsrahmenwerk geschaffen. Es schreibt unter anderem eine vollständige Reservedeckung durch US-Dollar und kurzfristige Treasuries, regelmäßige Transparenzberichte sowie das Verbot von Zinszahlungen vor. Algorithmische Stablecoins sind ausgeschlossen, Big-Tech-Unternehmen dürfen Stablecoins nur mit Genehmigung emittieren. Ähnliche Regelungen sind bereits in der EU mit der MiCA-Verordnung sowie in Asien in Vorbereitung.


Quelle: Invesco

Stablecoins wirken sich finanziell damit bereits deutlich aus. Tether und Circle halten zusammen über 120 Mrd. US-Dollar an US-Treasuries und zählen damit zu den größten Investoren am kurzen Ende der US-Zinskurve. Gleichzeitig erwirtschaften die Emittenten hohe Gewinne – allein Tether erzielte 2024 rund 13,7 Mrd. US-Dollar, mehr als die meisten S&P-500-Unternehmen. Langfristig könnten Stablecoins die Entwicklung von tokenisierten Vermögenswerten fördern, Abwicklungsprozesse beschleunigen und neue Geschäftsmodelle im Bereich programmierbarer Zahlungen eröffnen. Dem stehen Risiken wie Vertrauensverluste, regulatorische Unsicherheiten und potenzielle Auswirkungen auf die Finanzstabilität gegenüber.

 

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