13.01.2014 | Märkte

Wachstum bei deutschen Mittelstandsanleihen

Die Aussichten für deutsche Mittelstandsanleihen sind angesichts der sich erholenden Wirtschaft der Eurozone gut, zeigt eine Studie der Ratingagentur Scope. Da viele der Mittelständler in zyklischen Sektoren aktiv sind, dürften sie in besonderem Maße von einer Aufhellung der europäischen Wirtschaft profitieren. Durch die regulatorischen Vorgaben von Basel III werden jedoch auch 2014 noch die Refinanzierungsmöglichkeiten kleiner und mittlerer Unternehmen über Banken eingeschränkt bleiben, so dass die Refinanzierung über Mittelstandsanleihen weiter an Bedeutung gewinnen dürfte. Nachdem für 2013 davon auszugehen ist, dass das Gesamtvolumen an Neuemissionen mit rund 2 Mrd. Euro auf dem Vorjahresniveau verbleibt, rechnet Scope 2014 mit einem Anstieg um 5 - 10 %. Das durchschnittliche Emissionsvolumen wird allerdings auf dem Niveau von unter 50 Mio. Euro verharren, auf das es seit 2010 gesunken ist.


Quelle: Scope

Auffällig ist die gestiegene Lücke zwischen emittiertem und platziertem Anleihevolumen, die im vergangenen Jahr auf 30 % angewachsen ist. Zurückzuführen ist dies auf zunehmend kritischere Investoren, die von Insolvenzen im Mittelstandssegment sensibilisiert wurden und wählerischer bei der Auswahl der Anleihen geworden sind. Folgerichtig werden besicherte Anleihen bei den Anlegern immer beliebter. Das als höher bewertete Risiko schlägt sich auch in steigenden Risikoaufschlägen nieder, die seit 2010 um 220 Basispunkte auf 700 Basispunkte über dem risikofreien Zins zulegten, wobei kleinere Emittenten die höchsten Aufschläge zahlen.


Quelle: Scope

Ab 2014 müssen die ersten Mittelstandsanleihen im Volumen von 250 Mio. Euro refinanziert werden, was sich 2015 und 2016 auf jeweils 1 Mrd. Euro steigern und im Jahr darauf mit 1,7 Mrd. Euro seinen Höhepunkt finden wird. Bei gut 30 % der Emittenten sieht Scope Probleme bezgl. der Refinanzierungsrisiken und selbst dort, wo keine größeren Risiken bestehen, dürften die Zinskosten sich erhöhen.

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