04.08.2014 | Märkte

Wachsende Herausforderungen für Anlagen in Schwellenländer

Nach einem für Emerging Markets Investments erfolgreichen ersten Halbjahr 2014, das im Wesentlichen vom Fixed-Income-Segment getrieben wurde, dürfte sich das zweite Halbjahr angesichts politischer Risiken sowie veränderter geldpolitischer Entwicklungen in den Industrieländern als schwieriger erweisen, schreibt Barclays in einer umfangreichen Marktanalyse. Die weiterhin lockere Geldpolitik in den USA und Europa haben ein positives Umfeld für Carry-Trade-Strategien geschaffen, von dem insbesondere Hartwährungsanleihen der Emerging Markets profitierten, die eine Rendite von 6,5 % erwirtschafteten. Damit entwickelte sich das Segment besser als Staatsanleihen in Lokalwährung (+ 5,4 %) und Aktien (+ 4,6 %).


Quelle: Barclays

Unterstützend dürfte sich in der Zukunft auswirken, dass die Mehrzahl der Entwicklungsländer ihre Leistungsbilanzen verbessert hat, während die Währungen abgewertet wurden und die Zinsen gestiegen sind. Zudem werden die Investmentmärkte von institutionellen Investoren dominiert, die bei Turbulenzen zumeist weniger hektisch reagieren. Das makroökonomische Umfeld dürfte im zweiten Halbjahr 2014 freundlich bleiben, was sowohl das Wachstum der Emerging Markets als auch die Rohstoffpreise stützt. Geopolitische Risiken auf der anderen Seite, sowohl durch die russische Annexion der Krim, vor allem aber auch durch die Entwicklungen im Irak, können das Wachstum in den Emerging Markets gefährden. Letzteres ist vor allem unter dem Aspekt steigender Ölpreise gefährlich, da der Irak einer der wichtigsten Ölproduzenten weltweit ist.


Quelle: Barclays

Für die asiatischen Schwellenländer ist die Studie grundsätzlich positiv gestimmt, insbesondere in China sehen die Autoren deutliche Verbesserungen, ebenso wie in der politischen Entwicklung in Indien. Deutlich negativer wird die Situation für Brasilien gesehen, wo eine hohe Verschuldung und Energieengpässe das Wachstum behindern dürften. Ebenfalls wenig erfreulich sind die Aussichten für Russland und Südafrika, während sich die Türkei und Polen als robust erweisen dürften. Unter dem Strich sollten Investoren gerade bei Wechselkursgeschäften und im Fixed-Income-Bereich selektiver vorgehen. Die Outperformance der Emerging-Markets-Aktienmärkte dagegen wird sich vermutlich fortsetzen, mit besonders guten Aussichten für Korea, Taiwan und Polen.

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