Wachsende Bedeutung des Euro im globalen Währungssystem
Die internationale Bedeutung des Euro hat im Jahr 2025 etwas zugenommen, bleibt aber von gegenläufigen Entwicklungen geprägt, zeigt der Jahresbericht der Europäischen Zentralbank (EZB). Während Finanzierungs- und Kapitalmarktindikatoren an Stärke gewannen, blieb der Reservewährungsanteil stabil und die Bedeutung im Devisenhandel ging zurück. Der zusammengesetzte EZB-Indikator stieg 2025 um 0,2 Prozentpunkte zu konstanten Wechselkursen – über die vergangenen zehn Jahre erhöhte sich der Anteil des Euro um rund 1,5 Prozentpunkte. Insgesamt blieb der Euro mit einem Anteil von etwa 20% die zweitwichtigste Währung im internationalen System.

Quelle: EZB
Besonders deutlich zeigte sich die höhere Attraktivität in der internationalen Finanzierung. Die Emission internationaler, auf Euro lautender Anleihen und Kredite stieg gegenüber 2024 um rund 30% auf mehr als 1,1 Bio. USD und erreichte damit den höchsten Stand seit Einführung der Gemeinschaftswährung. Zudem überholte der Euro im Markt für internationale grüne und nachhaltige Anleihen erstmals den US-Dollar. Auch ausländische Portfoliozuflüsse in den Euroraum blieben mit mehr als 850 Mrd. Euro dicht an historischen Höchstständen.

Quelle: EZB
Gleichzeitig verweist die EZB auf strukturelle Grenzen. Der Euro-Anteil an den globalen Währungsreserven blieb zu konstanten Wechselkursen bei rund 20%, während der US-Dollar etwa 57% erreichte. Im globalen Devisenhandel sank der Euro-Anteil auf 28,5%, blieb aber hinter dem US-Dollar weiterhin die Nummer zwei. Vor dem Hintergrund geopolitischer Fragmentierung, hoher Goldnachfrage der Zentralbanken und technologischer Alternativen im Zahlungsverkehr sieht die EZB eine stärkere internationale Rolle des Euro an tiefere Kapitalmärkte, die Vollendung des Binnenmarkts und institutionelles Vertrauen geknüpft.
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