Volatilität vs. Tail Risk: Welches Risiko wird kompensiert?
Bei einer historischen Betrachtung verschiedener Portfolios zeigt sich, dass diejenigen mit einer höheren Volatilität bzw. mit einem höheren Beta im Schnitt eine schlechtere Performance aufwiesen als die weniger schwankungsintensiven. Dies ist verwunderlich, würde man doch davon ausgehen, dass ein höheres Risiko mit einer höheren erwarteten Rendite kompensiert wird. In einem neuen Forschungspapier haben die Autoren Xiong, Idzorek und Ibbotson untersucht, ob statt der generellen Schwankungsintensität eines Portfolios stattdessen ein höheres Tail Risk kompensiert wird.
Für den Zeitraum Januar 1980 bis September 2011 wurden insgesamt 4.444 US-amerikanische und nicht-US-amerikanische Aktienfonds untersucht, für die über fünf Jahre hinweg Daten verfügbar waren. Dabei wird als hauptsächliches Risikomaß für das Tail Risk der "excess conditional value at risk" (ECVaR) verwendet, der den um die Volatilität bereinigten CVaR beschreibt.
Übereinstimmend mit bisherigen Beobachtungen fanden die Autoren keine positive Risikoprämie für volatilere Fonds. Für die nicht-US-Fonds wurde sogar eine negative Risikoprämie festgestellt. Anders hingegen stellt sich die Lage beim Tail Risk dar: Langfristig haben sich die Fonds mit höherem Tail Risk besser entwickelt.
Quelle: Xiong, Idzorek, Ibbotson (2013)
Die Renditedifferenz zwischen den Fonds mit dem höchsten und niedrigsten Tail Risk beträgt laut den Autoren historisch 2,67 Prozentpunkte pro Jahr für die US-Fonds und ist nur unwesentlich geringer für die nicht-US-Fonds. Dieser Zusammenhang bestätigt sich bei unterschiedlichen Schätzverfahren und bleibt auch unter Berücksichtigung diverser Kontrollvariablen signifikant.