Verwässerung lässt Ausfallprämien auf Staatsschulden steigen
In einer im März veröffentlichten Studie untersucht der Internationale Währungsfonds (IMF) die Volatilität des Ausfallrisikos von Staatsanleihen in Hinblick auf Verwässerung der Gläubigeransprüche durch Aufnahme neuer Schulden. In einem Baseline-Modell simulieren die Autoren die sich ergebenden Zins-Spreads in zwei Fällen mit Hilfe von Daten für Argentinien für die Zeit von 1993 bis 2001. Das erste Szenario mit Verwässerung, das zweite ohne Verwässerung bei Ausgabe neuer Staatsschulden.
Quelle: Hatchondo, Martinez, Padilla (2011)
Die Autoren zeigen, dass der durchschnittliche Spread von 7,38 % auf 0,57 % sinkt, wenn es einem Staat gelingt die Verwässerung der Alt-Gläubiger zu begrenzen, beispielsweise durch Einräumung von Mitspracherechten. Auch die Standardabweichung des Spreads sinkt von 2,45 % auf 0,72 %. Weiterhin zeigt die Simulation eine signifikante Veränderung der Verschuldungsmöglichkeiten des Staates im Fall ohne Verwässerung. Für den gleichgewichtigen Verschuldungsgrad läge der zugehörige Spread im Fall mit Verwässerung um rund 400 Basispunkte höher.