Verringertes Greenium bei grünen Anleihen
Die Kreditrisikoprämien zwischen konventionellen und grünen Anleihen nähern sich an. Dies geht aus einer von ESG-AM veröffentlichten Kurzanalyse hervor. Das Greenium ist der Aufschlag, den Investoren für eine grüne Anleihe im Vergleich zu einer konventionellen Anleihe zu zahlen bereit sind. Bei der Analyse der risikofreien deutschen Zwillingsanleihen, die die gleichen Eigenschaften aufweisen, ergibt sich kein eindeutiges Bild. Während sich der Spread 10-jähriger Anleihen im vergangenen Jahr aufgrund steigender Zinsen leicht von 2 auf 4 Basispunkte ausgeweitet hat, ist die Prämie 30-jähriger Green Bonds von 4 auf unter 2 Basispunkte seit 2021 gesunken.
Greenium 10-jähriger Bundesanleihen

Quelle: ESG-AM (2023)
Risikoreichere in Euro denominierte Green Bonds konnten mit deutlich höheren Kreditrisikoaufschlägen begeben werden als vergleichbare konventionelle Anleihen. Hingegen konnte das Greenium bei US-Dollar-Bonds nicht nachgewiesen werden, mit Ausnahme von Anleihen mit AAA-Rating. Das deutet darauf hin, dass das Greenium größtenteils ein europäisches Phänomen ist.
Das Greenium für Euro-Emissionen mit A-Rating und 7-10 Jahren Restlaufzeit lag in der Vergangenheit bei rund 20 Basispunkten. Zuletzt bewegte sich die Spread-Differenz sogar im leicht negativen Bereich. Damit boten Green Bonds eine höhere Rendite als konventionelle Anleihen. Auch die Risikoaufschläge konventioneller und grüner Euro-Anleihen mit BBB-Rating haben sich verringert bzw. aufgelöst.

Quelle: ESG-AM (2023)
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