16.05.2012 | Research

Vergütung, Lebensdauer und Investitionsverhalten von Private-Equity-Fonds

In einer Mitte März publizierten Arbeit untersucht Jean-Noel Barrot von der HEC Paris wie Investmenthorizont und Vergütungsstruktur das Investitionsverhalten von Private-Equity-Fonds beeinflussen. Oftmals sind Private-Equity-Fonds mit einer fixen Lebensdauer von zehn Jahren angelegt, in der General Partner als Manager auftreten und Investoren Kapital bereitstellen. Die Vergütung der Manager erfolgt in der Regel als fixe Gebühr von 2 % des investierten Kapitals sowie einer Call-Option auf 20 % der kumulierten Gewinne (Carried Interest) bei Liquidierung des Fonds. Durch diese Vergütungsstruktur steigt die Gefahr, dass das Management hohe Risiken auf Kosten der Investoren eingeht. Barron zeigt, dass insbesondere bei schwacher vergangener Performance die Risikotoleranz der Manager steigt, da im Erfolgsfall Gewinne realisiert werden können, die die Call-Option in-the-money bringen. Im Fall eines Misserfolgs dagegen ist der Verlust für das Management begrenzt.


Quelle: Barrot (2012)

Mit einem Datenset von SDC Platinum Venture Xpert identifiziert der Autor für den Zeitraum von 1980 bis 2010 über 2.000 relevante Limited Partnerships und knapp 25.000 Transaktionen. Es zeigt sich, dass Fonds bei steigendem Anlagehorizont und wachsender Risikotoleranz schneller und risikofreudiger investieren. Die Fonds konzentrieren sich dann besonders auf junge Unternehmen, die anschließend mehr Patente anmelden und höhere Deal-level Returns liefern. Fonds neigen dazu, schnellere Investmententscheidungen zu fällen, wenn sie jung sind und wenn durch niedrige vergangene Performance die Risikotoleranz steigt.

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