Vergleich passiver Investments über ETFs und Indexfonds
Edwin Elton und Martin Gruber von der New York University sowie Andre de Souza von der St John’s University haben in einem Researchpaper vom Mai 2018 die Performance-Unterschiede von passiven Publikumsfonds und börsennotierten Indexfonds (ETF) untersucht. Vor Gebühren und Steuern ergibt sich nahezu eine Nulldifferenz zwischen Index- und ETF- bzw. Indexfondsrenditen. Im Mittel erzielen ETFs eine Outperformance von 3,6 Basispunkten im Jahr, während es bei Indexfonds eine Underperformance von 2,6 Basispunkten ist. Auch die Standardabweichung der Differenzrenditen ist bei ETFs etwas geringer. Das verwendete Sample umfasst 174 ETFs und 396 Indexfonds, für die im Zeitraum 1994 bis 2016 mindestens für 12 Monate Performance-Daten verfügbar waren. 
Quelle: Elton, Gruber, de Souza, 2018
Negative Einflussfaktoren auf die Differenzrenditen sind zunächst Dummies, die das Engagement in Emerging-Markets-Aktien oder allgemein globalen Aktien anzeigen, da diese Märkte tendenziell weniger liquide als der US-Markt sind. Ebenfalls negativ ist der Einfluss des Turnover, während die Anzahl der Fonds, gleichgesetzt mit der Expertise des Managements, positiv wirkt. Nach Kosten ist die Performance von Indexfonds 42 Basispunkte im Jahr niedriger als vor Kosten, bei ETFs beträgt die Differenz nur 18 Basispunkte. Auch steuerlich sind ETFs bezüglich der Häufigkeit und Höhe von Kapitalerträgen aus Investorensicht im Mittel vorteilhafter.
Bei der Auswahl des jeweils besten ETFs oder Indexfonds ist die Kostenquote der sinnvollste Hebel. Während der Unterschied bei ETFs angesichts der geringeren Auswahlmöglichkeiten nur 5 Basispunkte beträgt, verbessert die Wahl des kostengünstigsten Indexfonds die Performance um 33 Basispunkte gegenüber dem Durchschnitt. Zuletzt zeigen die Autoren, dass Investoren über die gesamte Beobachtungsperiode mit dem günstigsten ETF besser gefahren wären als mit dem günstigsten Indexfonds. Würde jedes Jahr jeweils der billigste ETF oder Indexfonds gewählt, verbessert dies die Performance nochmals. Der wichtigste Einflussfaktor für die Selektion der passiven Investments ist also nach Ansicht der Autoren nicht die Fondsstruktur, sondern die Kostenquote.
Quelle: Elton, Gruber, de Souza, 2018
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