12.11.2008 | Research

Verbriefungsmarkt braucht Transparenz statt Regulierung

Das aktuelle Research-Papier des Centers for Financial Studies "The Future of Securitization" von Günter Franke und Jan Pieter Krahnen analysiert die Gründe für den Zusammenbruch der Verbriefungsmärkte im Zuge der Finanzkrise. Demnach seien schlecht gestaltete Anreizsysteme entlang der Wertschöpfungskette von Verbriefungen die Hauptverursacher der Finanzkrise gewesen.
Die Studie geht zunächst auf die aktuelle Situation am Kredit- und Verbriefungsmarkt und den Verlauf der Finanzkrise ein.


Quelle: Center for Financial Studies, 2008

Der Hauptteil besteht aus einer detaillierten Gegenüberstellung von allen relevanten Kosten und Vorteilen von (Asset Backed) Verbriefungstransaktionen. Diese sind insbesondere Risikotransfer, Diversifikation, asymmetrische Information, Anreizsysteme, Transparenz und Liquidität. Dabei wird jeweils der Stand der Forschung der praktischen Umsetzung gegenüber gestellt. So decken die Autoren sukzessive die Schwächen bei der Umsetzung von Asset Backed Securities (ABS) auf, die ursächlich für die Finanzkrise waren. Der letzte Abschnitt rekapituliert die vorangegangenen Ausführungen, und schließt mit Handlungsempfehlungen für die Ausgestaltung des Verbriefungsmarktes.
Die Autoren stellen fest, dass eine stärkere Regulierung des Kredit- und Verbriefungsmarktes zu Effizienzverlusten führt, und nicht mit Sicherheit der Krisenprävention dient. Stattdessen müßte die Transparenz von Finanzinstituten und ABS-Transaktionen erhöht und gefördert werden. So sollen die Käufer von ABS-Tranchen für alle Marktteilnehmer transparent sein, insbesondere der Käufer der First Loss Tranche. Als sehr wichtig wird die Veränderung der Anreizsysteme für beteiligte Manager herausgestellt. Gegenwärtige Anreizsysteme stellen ein systeminhärentes Risiko dar. Dementsprechend müßten Ratingagenturen ein differenziertes Rating für ABS entwickeln, welches Transparenz, Bonussysteme und Risikomanagement berücksichtigt. Darüber hinaus sollten Ratingagenturen einer unabhängigen Regulierung unterliegen. Die Exposures von Finanzinstituten werden zum Gegenstand regelmäßigen Reportings empfohlen, um jederzeit einen Überblick über das gesamte Sektorexposure zu erhalten.

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