Venture Capital im Clean-Energy-Sektor
Ein aktuelles Arbeitspapier der Harvard Business School untersucht den Venture-Capital-Markt des Clean-Energy-Sektors. Dieser unterscheidet sich gegenüber anderen Venture-Capital-Finanzierungen, da hier ein breites Spektrum an verschiedenen Technologien zur Umsetzung von Energieproduktion, -transport, -lagerung und -effizienz, die bisher nicht erprobt und als Geschäftsmodell noch nicht umgesetzt sind, zur Anwendung kommt..
Quelle: Ghosh, Nanda (2010)
Insbesondere die technologischen Risiken seien viel langfristiger im Clean-Energy-Sektor, da der Übergang vom Labor zum wirtschaftlichen Einsatz schwierig sei. Eine weitere Hürde sei, dass Manager von Energieunternehmen üblicherweise hohe Cashflows in einem Umfeld mit wenig Wettbewerb zur Verfügung hätten. Dies sei für spezielle Märkte innerhalb von Clean Energy nicht der Fall. Darüber hinaus bestehen hohe externe Risiken duch die Entwicklung des weltweiten Rohstoffmarktes und durch politischen Entscheidungen. Außerdem fehle ein entwickelter Exit-Markt für diesen Sektor.
Für eine Weiterentwicklung des Sektors vorteilhaft wäre nach Meinung der Autoren dass es mehr länger laufende Fonds mit ausreichender Kapitalausstattung für ein erfolgreiches Investment gibt. Auf die längere Kapitalbindung müssten sich sowohl Investoren als auch Fondsmanager einstellen. Die Regierungen sollten zudem sowohl den Zugangsweg Venture Capital, als auch die Clean-Energy-Sektoren gezielt fördern, um technologische und ökonomische Fortschritte auf den genannten Gebieten zu erzielen und den VC-Markt im internationalen Kontext wettbewerbsfähig zu erhalten.