US-Stiftungsperformance in 2008
Das Commonfund Institute und die National Association of College and University Business Officers (NACUBO) haben Ende 2008 ein Update der NACUBO Endwoment Study 2008 (NES) veröffentlicht. An der Umfrage beteiligten sich 435 von 796 der an der NES 2008 teilnehmenden Universitäten.
Nachdem die NES 2008 eine durchschnittliche Rendite von -3 % berichtete, zeigen die neueren Untersuchungen, dass es zu hohen Verlusten während der ersten Monate des neuen Fiskaljahres kam, das am 1. Juli startete. Die Verluste werden der Studie zufolge auf durchschnittlich 22% geschätzt. Dabei sollte allerdings die langfristig erfolgreiche Performance der Stiftungen, allen voran Yale, Harvard oder Stanford, nicht außer Acht gelassen werden (siehe auch Performance-Analyse der Harvard- und Yale-Stiftung vom 12.02.2009).
Da auch Universitätsstiftungen nicht losgelöst vom Marktumfeld agieren können, sind die Verluste, verglichen mit den Einbußen der Aktienindizes wie z.B. des S&P 500, der in der zweiten Jahreshälfte etwa 30% an Wert verlor, durchaus moderat. .
Die höchsten Verluste mussten Stiftungen mit einem Vermögen zwischen 100 und 500 Mio. US-Dollar hinnehmen. Sie verloren zwischen Anfang Juli und Ende November durchschnittlich 23,5%. Die geringsten Verluste erzielten Stiftungen mit einem Vermögen von mehr als 1 Mrd. US-Dollar. Dies sind gleichzeitig jene Stiftungen, die den höchsten Anteil alternativer Investments in ihren Portfolien haben. Dennoch bedeuten die Verluste insgesamt einen Vermögensrückgang von 95 Mrd. US-Dollar.
Da die Stiftungsvermögen einen Großteil der Einnahmen einer Universität begründen, könnte die Vermutung naheliegen, dass viele Universitäten nun weniger Mittel zur Verfügung hätten. Der Studie zufolge planten jedoch nur 26,7% der Befragten weniger Mittel aus ihren Stiftungen zu entnehmen. Allerdings äußerten sich einige der Befragten besorgt über die Zukunft, besonders für den Fall, dass der wirtschaftliche Abschwung länger anhalte.