Unternehmensanleihen bei steigenden Zinsen
In einer kurzen Analyse untersuchen Arthur M. Berd, Elena Ranguelova und Antonio Baldaque da Silva von General Quantitative, Investcorp und Barclays Capital, die historischen Korrelationseigenschaften von Unternehmensanleihen verschiedener Sektoren und Ratingklassen in Hinblick auf Veränderungen des Zinsniveaus amerikanischer Staatsanleihen. Betrachtet wird der Zeitraum von 1990 bis Juni 2013. Beispielsweise sinken die Spreads A-bewerteter Anleihen aus den Bankensektor in Folge einer Zinserhöhung um den Faktor -0,33. Das heißt, bei einer durchschnittlichen Standardabweichung von 24 Basispunkten für die Benchmark-Staatsanleihe und 14 Basispunkten für Titel aus dem Bankensektor, geht mit einem Zinsanstieg um 24 Basispunkte eine mittlere Spreadeinengung für Bankenanleihen um knapp 5 Basispunkte einher.
Quelle: Berd, Ranguelova, Silva (2013)
Die geringsten Ausschläge zeigen demnach top-bewertete Titel von Versicherern und Finanzdienstleistern, sowie Versorger. Im BBB-Segment sind Konsumgüterhersteller vorne. Die drei Autoren unterscheiden darüber hinaus zwischen kurz- und langfristigen Veränderungen. Für die lange Frist tendieren die Spreads sektor- und ratingübergreifend zu einem Wert um -30 %. In der kurzen Frist sind die Effekte vergleichbar, allerdings mit größerer Streuung. So nimmt im kurzfristigen Modell das Ausmaß der Spreadeinengungen entlang der Ratingskala zu, während dies im langfristigen Modell weniger stark ausgeprägt ist.
Quelle: Berd, Ranguelova, Silva (2013)
Bezogen auf den Industriesektor belegen die Ergebnisse, dass zyklische Zweige vor allem in der kurzen Frist deutlich stärkere Reaktionen auf Zinsveränderungen zeigen als nicht-zyklische.